Eva Rinaldi, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
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Neuer Song ohne Umweg über Streaming-Plattformen

Boy George, ehemaliger Frontmann von Culture Club, hat einen neuen Song veröffentlicht, der eine deutliche politische Haltung zum Nahostkonflikt einnimmt und dafür massive Kritik erntet. Der Titel „Od Nirkod (We Will Dance Again)“ erschien am 27. Juli 2026 nicht über die üblichen Streaming-Dienste, sondern wurde direkt über die sozialen Netzwerke des Musikers verbreitet. Begleitet wurde die Veröffentlichung auf seinem X-Account lediglich mit dem Hashtag „Shalom“. Innerhalb weniger Stunden erreichte der Beitrag mehrere Zehntausend Aufrufe.

Bezug zum Terrorangriff vom 7. Oktober

Der Songtitel greift die hebräische Parole auf, die von Überlebenden des Nova-Musikfestivals nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 geprägt wurde. Bei dem Angriff auf das Festival kamen nach offiziellen Angaben 378 Menschen ums Leben, weitere wurden verschleppt. Die Parole „Wir werden wieder tanzen“ hat sich seither zu einem Symbol der Widerstandskraft der Überlebenden entwickelt und war bereits Titel einer 2024 erschienenen, preisgekrönten Dokumentation über das Attentat.

Klare politische Positionierung im Text

In seinem im Reggae-Stil gehaltenen Song bezieht Boy George eindeutig Stellung zugunsten Israels und weist internationale Vorwürfe eines Völkermords im Gazastreifen zurück. Er beschreibt das militärische Vorgehen Israels stattdessen als eine Reaktion auf den Angriff vom 7. Oktober und kritisiert zugleich andere Musikerinnen und Musiker, die sich öffentlich mit der propalästinensischen Bewegung solidarisiert haben, weil sie diesen Tag seiner Ansicht nach zu wenig thematisierten. Am Ende des Songs bekennt er sich unmissverständlich zur jüdischen Gemeinschaft.

Heftige Reaktionen aus beiden Lagern

Die Veröffentlichung sorgte für ein geteiltes Echo. Kritiker warfen dem Sänger vor, mit seiner Wortwahl das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung zu verharmlosen, deren Opferzahl im Zuge der israelischen Militäroffensive nach Angaben mehrerer internationaler Stellen inzwischen mehrere Zehntausend Menschen umfasst. Andere Stimmen, darunter propalästinensische Musikschaffende, reagierten mit deutlicher Ablehnung auf den Song und seine Aussagen. Auf der anderen Seite erhielt Boy George Zuspruch von pro-israelischen Organisationen sowie vom offiziellen Instagram-Account des Nova-Festivals, der auf seine Ankündigung mit der Parole „We will dance again“ reagierte. Auch mehrere US-amerikanische Kommentatoren würdigten den Schritt als mutige Positionierung.

Kein Einzelfall in Boy Georges Haltung zu Israel

Der Sänger hat bereits in der Vergangenheit wiederholt Nähe zu Israel gezeigt. So trat er unter anderem bereits 2017 in Tel Aviv auf, veröffentlichte 2020 eine zweisprachige Single gemeinsam mit dem israelischen Künstler Asaf Goren und äußerte sich auch im Rahmen des Eurovision Song Contest mehrfach öffentlich zu dem Thema. Die aktuelle Veröffentlichung reiht sich damit in eine längere Reihe öffentlicher Stellungnahmen ein, mit denen der Musiker in der Vergangenheit bereits für Diskussionen gesorgt hatte.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Times of Israel, Euronews, IBTimes UK, The Advocate, Everything PR

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