
Ein Konflikt, der Jahrzehnte überdauerte
Nach einer Auseinandersetzung, die sich über viele Jahre hinzog, haben sich Regisseur Wim Wenders und Schauspielerin Nastassja Kinski nun geeinigt. In einer gemeinsamen, über die Wim-Wenders-Stiftung veröffentlichten Erklärung teilten beide mit, ihre Differenzen im Zusammenhang mit dem 1975 entstandenen Film „Falsche Bewegung“ beigelegt zu haben. Wenders habe sich demnach bei Kinski entschuldigt und sei ihrem langjährigen Wunsch nachgekommen, die von ihr beanstandete Szene aus dem Film zu entfernen.
Hintergrund des Streits
Ursache der Auseinandersetzung war eine Szene aus dem nach einer Drehbuchvorlage von Peter Handke entstandenen Film, in der die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13-jährige Kinski mit unbekleidetem Oberkörper zu sehen ist und von einer erwachsenen männlichen Figur berührt wird. Kinski hatte sich nach eigenen Angaben bereits seit rund 15 Jahren dafür eingesetzt, dass diese Aufnahme aus dem Werk herausgeschnitten wird, war damit bei Wenders jedoch lange Zeit nicht durchgedrungen.
Vorübergehender Rückzug des gesamten Films
Bevor es zu der nun erzielten Einigung kam, hatte die Wim-Wenders-Stiftung im Juni angekündigt, den Film vorerst vollständig aus sämtlichen Auswertungsformen zurückzuziehen. Wenders selbst äußerte sich zu jenem Zeitpunkt bereits selbstkritisch zu der damaligen Entscheidung, die fragliche Szene überhaupt gedreht zu haben, und erklärte, er würde dies aus heutiger Sicht niemals mehr so umsetzen.
Gemeinsamer Blick nach vorn
In der aktuellen Erklärung betonten beide Seiten den Wunsch, dass die Erinnerung an den Film künftig nicht länger von dem langjährigen Konflikt überschattet werde. Zugleich hoffen Wenders und Kinski, auf diesem Weg auch ihr früheres freundschaftliches Verhältnis wiederherstellen zu können. Die beiden hatten in der Vergangenheit mehrfach zusammengearbeitet, unter anderem an den späteren Filmen „Paris, Texas“ und „In weiter Ferne, so nah!“.
Eine Karriere, die weit über diesen einen Film hinausreicht
Nastassja Kinski, Tochter des Schauspielers Klaus Kinski, gilt seit ihrem internationalen Durchbruch Ende der 1970er-Jahre als eine der prägendsten deutschen Schauspielerinnen im internationalen Kino. Zu ihren bekanntesten Rollen zählen Auftritte in Produktionen wie „Cat People“ und „One from the Heart“ von Francis Ford Coppola. Wim Wenders wiederum zählt mit Werken wie „Paris, Texas“ und „Der Himmel über Berlin“ zu den international einflussreichsten deutschen Filmemachern seiner Generation.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: t-online, Der Spiegel, Die Zeit, dpa, Wikipedia