Hackedepicciotto, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
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This is a photo of Danielle de Picciotto

Ein Techno-Traum kurz vor dem Mauerfall

Die aus den USA stammende und seit Jahrzehnten in Berlin lebende Künstlerin, Musikerin und Filmemacherin Danielle de Picciotto war maßgeblich an der Entstehung der allerersten Loveparade im Jahr 1989 beteiligt, kurz bevor die Berliner Mauer fiel. Wie sie im Interview mit dem Zündfunk erzählte, träumte sie gemeinsam mit ihrem damaligen Partner Dr. Motte lange davon, einmal eine Parade in Rio de Janeiro mitzuerleben. Da für eine solche Reise die finanziellen Mittel fehlten, entschlossen sich beide kurzerhand dazu, ihre eigene Version einer solchen Straßenparade zu erschaffen – mit Technomusik, bunten Kostümen und dem Leitgedanken, dass Musik über sämtliche Grenzen hinwegträgt.

Lange im Schatten der Erzählung

In der öffentlichen Erinnerung an die Loveparade wurde de Picciottos Rolle als Mitbegründerin über viele Jahre hinweg deutlich weniger sichtbar erzählt als die ihres damaligen Partners Dr. Motte, der zum bekanntesten Gesicht der Bewegung wurde. In der neuen Dokumentation betont sie jedoch, dass die Parade niemals das Werk einer einzelnen Person gewesen sei, sondern aus einem größeren, kollektiven Gestaltungswillen der damaligen Berliner Technoszene entstand.

Eine Dokumentation mit zwei weiblichen Perspektiven

Die neue ARD-Dokumentation „Love Is Stronger. Von Loveparade zu Rave The Planet“ von Regisseurin Britta Mischer rückt bewusst zwei Frauen in den Mittelpunkt der Erzählung: neben Danielle de Picciotto auch Ellen Dosch-Roeingh, Geschäftsführerin der Rave The Planet GmbH, die das Erbe der Loveparade seit 2022 unter neuem Namen wiederbelebt hat. Der Film begleitet Dosch-Roeingh gemeinsam mit Dr. Motte über mehrere Jahre hinweg bei der Organisation der ersten Rave-The-Planet-Parade, die 2022 mit über 200.000 Teilnehmenden erstmals wieder über die Straße des 17. Juni zog.

Von der politischen Demonstration zum Massenphänomen

Die 90-minütige Dokumentation spannt einen weiten Bogen von der Gründung der Loveparade als politische Demonstration Ende der 1980er-Jahre über den internationalen Boom in den 1990er- und 2000er-Jahren bis hin zur zunehmenden Kommerzialisierung des Events. Auch der Rückzug von Dr. Motte nach dem Verkauf der Marke sowie die Tragödie von Duisburg im Jahr 2010, bei der 21 Menschen ums Leben kamen, finden darin ihren Platz. Ergänzt wird die Erzählung durch die erfolgreiche Bewerbung des Berliner Technos als immaterielles UNESCO-Kulturerbe.

Ausstrahlung und Verfügbarkeit

Die Dokumentation ist seit dem 31. Juli 2026 in der ARD-Mediathek abrufbar, die lineare Fernsehausstrahlung erfolgt am 12. August um 22:15 Uhr im rbb Fernsehen. Aufgrund lizenzrechtlicher Einschränkungen bei einzelnen Originalaufnahmen der Loveparade ist der Film derzeit ausschließlich innerhalb Deutschlands verfügbar.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Zündfunk, Faze Magazin, Presseportal, Groove, Rave The Planet, Loop Rituals

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