Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
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Netflix booth at the 2017 San Diego Comic-Con International at the San Diego Convention Center in San Diego, California.

Ein Filmschatz auf einer verschwundenen Festplatte

Ein Produzent hat den Streaminganbieter Netflix verklagt, nachdem eine bislang unveröffentlichte Kopie eines neuen Nicolas-Cage-Films angeblich verloren gegangen sein soll. Nach Angaben der Klageschrift fordert Simon Afram, Kopf der britischen Produktionsfirma Op-Fortitude, dafür einen Schadenersatz von mindestens 105 Millionen US-Dollar. Der aus der Schweiz stammende Produzent gibt an, mehr als 45 Millionen Dollar aus eigener Tasche in die Produktion des Films „Fortitude“ investiert zu haben.

Ein Zweiter Weltkrieg im Stil großer Hollywood-Klassiker

Bei „Fortitude“ handelt es sich um einen im Zweiten Weltkrieg angesiedelten Film, der laut Klageschrift vom Tonfall her irgendwo zwischen „Ocean’s Eleven“ und „Inglourious Basterds“ anzusiedeln sei. Die Handlung basiert auf der realen Operation Fortitude, bei der ein Netzwerk aus Doppelagenten in Zusammenarbeit mit der britischen Armee und den alliierten Streitkräften eine Falle für Adolf Hitler und dessen Truppen aufstellte. Neben Nicolas Cage, der darin den realen Spion Duško Popov verkörpert, der Berichten zufolge als eine der Inspirationen für die Figur des James Bond gilt, umfasst die Besetzung unter anderem Ben Kingsley, Ron Perlman, Michael Sheen, Matthew Goode, Lukas Haas und Alice Eve.

Verschwundene Festplatte löst Rechtsstreit aus

Auslöser des Rechtsstreits war ein Vorfall im vergangenen Monat: Am 15. Juni hatte ein an der Produktion beteiligter Mitarbeiter eine unverschlüsselte Kopie des Films bei Netflix zur Sichtung abgegeben, mit der ausdrücklichen Anweisung, die Dateien im Anschluss an die Vorführung zu löschen. Wie es in der Klage weiter heißt, sei die entsprechende Festplatte jedoch in der Folge gemeinsam mit mehreren weiteren Datenträgern aus den Räumlichkeiten des Unternehmens entwendet worden.

Erhebliche wirtschaftliche Folgen für den unveröffentlichten Film

Nach Darstellung der Kläger habe der Verlust der Kontrolle über den Film dessen exklusive Vermarktbarkeit erheblich beeinträchtigt, da der Film bislang noch keinen Käufer gefunden hat und weiterhin am Markt angeboten wird. Potenzielle Interessenten müssten nun über den Verlust einer Kopie informiert werden, was sowohl versicherungstechnische Komplikationen als auch eine Minderung des Verkaufspreises nach sich ziehen könnte. Die Kläger begründen die Schadenshöhe unter anderem damit, dass der Film wirtschaftlich das rund 2,5-Fache seiner Produktionskosten hätte einspielen müssen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Netflix weist Verantwortung zurück

Ein Sprecher von Netflix widersprach gegenüber mehreren Medien der Darstellung, wonach der Streamingdienst das Risiko für einen ohne branchenübliche Sicherheitsvorkehrungen übergebenen Film trage. Das Unternehmen besitze keinerlei Rechte an „Fortitude“, nehme Fragen der Inhaltssicherheit jedoch grundsätzlich sehr ernst und habe zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Filmemacher zu unterstützen, darunter eine umfassende interne Untersuchung sowie das Angebot, bekannte Piraterie-Plattformen auf eine mögliche unautorisierte Verbreitung des Films zu überwachen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Rolling Stone Canada, Entertainment Weekly, Associated Press, Yahoo Entertainment

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