Wacken Open Air - Foto KI erstellt
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Wacken Open Air - Foto KI erstellt

Vorwürfe während des laufenden Festivals

Während des diesjährigen, 35. Wacken Open Air häuften sich in sozialen Netzwerken und einschlägigen Foren Berichte von Besucherinnen und Besuchern, die vom Sicherheitspersonal aufgefordert wurden, bestimmte politische Aufnäher von ihrer Kleidung zu entfernen. Betroffen waren nach übereinstimmenden Schilderungen vor allem Personen mit antifaschistischen oder anderweitig links einzuordnenden Botschaften, etwa Schriftzügen gegen die AfD. Auch über Probleme mit Regenbogenflaggen und queeren Symbolen wurde berichtet.

Ein besonders öffentlichkeitswirksamer Fall

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Fall einer lesbischen Besucherin, die beim Einlass zum Infield aufgefordert wurde, einen entsprechenden Aufnäher zu entfernen. Um das Gelände betreten und eine bestimmte Band sehen zu können, riss sie den Patch schließlich selbst ab. In einem anschließend viel beachteten Beitrag im Internet schilderte sie, sich als queere Person auf dem Festival nicht mehr sicher zu fühlen, und kündigte an, im kommenden Jahr nicht erneut anzureisen. Weitere Betroffene berichteten von ähnlichen Vorfällen, unter anderem im Bereich vor den Bühnen während laufender Konzerte, sowie von einem Fall, in dem einer Person mit einem Anti-Nazi-Aufnäher der Einlass zunächst gänzlich verweigert worden sein soll.

Widerspruch zur eigenen Festivalordnung

Die geltende Festivalordnung von Wacken untersagt grundsätzlich lediglich Werbemaßnahmen jeglicher Art auf dem Gelände. Auf Nachfrage bestätigte die Wacken-Crew jedoch, dass das Entfernen entsprechender Aufnäher keineswegs im Sinne der Veranstalter gewesen sei. Man habe das Sicherheitspersonal wiederholt darauf hingewiesen, derartige Eingriffe zu unterlassen. Recherchen des Szene-Magazins Festivalstalker ergaben zudem, dass einzelne Security-Mitarbeitende selbst mit eindeutig rechtsextrem konnotierten Symbolen aufgetreten sein sollen, was die Kritik an der uneinheitlichen Handhabung zusätzlich verschärfte.

Veranstalter räumt Fehler bei der Unterweisung ein

Auf der Abschluss-Pressekonferenz des Festivals äußerte sich Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter direkt zu den erhobenen Vorwürfen. Er erklärte, man sei den Meldungen umgehend nachgegangen, und räumte ein, dass es bei der Instruktion des eingesetzten Ordnungsdienstes zu Fehlern gekommen sei. Entsprechende Aufnäher hätten unter keinen Umständen entfernt werden dürfen. Die Veranstalter kündigten an, die Vorgänge intern aufzuarbeiten und um weitere Hinweise Betroffener zu bitten, um vergleichbare Vorfälle künftig auszuschließen.

Ein Festival mit ausdrücklichem Bekenntnis gegen Diskriminierung

Die Wacken-Crew betont seit jeher öffentlich ihre klare Haltung gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung. Umso mehr sorgten die aktuellen Vorfälle für Verwunderung, zumal auf dem Festivalgelände an offiziellen Merchandise-Ständen selbst entsprechende politische Aufnäher verkauft werden. Im Vorjahr war zudem sogar die Polizei mit einer Regenbogenflagge auf dem Festivalgelände präsent gewesen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Bonedo, Festivalstalker, dokmz, jux.news

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