Eva Rinaldi, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
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Ein Song mit weitreichenden Folgen

Boy George durchlebt derzeit eine der turbulentesten Phasen seiner späten Karriere. Auslöser ist sein mithilfe künstlicher Intelligenz entstandener Song „We Will Dance Again“, der sich klar auf die Seite Israels stellt und internationale Vorwürfe eines Völkermords im Gazastreifen zurückweist. Der Titel des Songs greift dabei eine Parole auf, die Überlebende des Terrorangriffs auf das Nova-Musikfestival vom 7. Oktober 2023 geprägt hatten. Seit der Veröffentlichung des Reggae-Titels über seine sozialen Kanäle Ende Juli reißen die beruflichen Konsequenzen für den 65-jährigen Musiker nicht ab.

Rückzug aus dem Westend-Musical

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des Songs gab Boy Georges langjähriger Manager Paul Kemsley über Instagram bekannt, dass sein Klient nicht mehr wie geplant als König Herodes in der Wiederaufführung von „Jesus Christ Superstar“ am Londoner Palladium auftreten werde. Kemsley betonte, die Entscheidung sei mit größtem Respekt gegenüber den Produzenten und dem gesamten kreativen Team getroffen worden, und entschuldigte sich bei den betroffenen Ticketinhabern für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Seine Rolle übernimmt seither Schauspieler Richard Armitage.

Trennung von langjährigem Label-Partner

Kurz darauf gab Boy George bekannt, sich von Tony Pontius getrennt zu haben, der über viele Jahre hinweg sein unabhängiges Label BGP geleitet hatte. Auf der Plattform X erklärte der Musiker, sein Wunsch sei es gewesen, den Song „We Will Dance Again“ breit zu veröffentlichen, Pontius habe sich diesem Ansinnen jedoch entschieden widersetzt und jede Beteiligung an dem Song abgelehnt. Daraufhin habe man sich einvernehmlich getrennt. Boy George beschrieb den Vorgang als eine Konsequenz seiner Entscheidung, sich öffentlich für seine jüdischen Freunde einzusetzen, was ihm bereits mehrere persönliche Beziehungen gekostet habe.

Entfernung von der Plattform Bandcamp

Als weitere Folge der Kontroverse wurde Boy Georges Profil zudem von der Musikplattform Bandcamp entfernt. Nach eigenen Angaben des Sängers hänge dies möglicherweise weniger mit dem politischen Inhalt des Songs zusammen als vielmehr mit dessen Entstehung: Bandcamp untersagt in seinen Richtlinien grundsätzlich Musik, die ganz oder in wesentlichen Teilen mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde, worüber Boy George im Vorfeld selbst offen gesprochen hatte.

Ungebrochene Entschlossenheit trotz aller Rückschläge

Trotz der Kette an beruflichen Rückschlägen zeigt sich Boy George bislang unbeeindruckt und kündigte an, den Song in Kürze in einer eigens neu eingesungenen Version erneut veröffentlichen zu wollen. Seinen Rückhalt zieht der Musiker eigenen Aussagen zufolge unter anderem aus seinem buddhistischen Glauben, der ihn lehre, dass jede Handlung Konsequenzen nach sich ziehe. Für Aufsehen sorgte zudem, dass sich Boy George trotz wachsenden öffentlichen Drucks bislang nicht dazu bewegen ließ, seine Haltung zu relativieren.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Billboard, Consequence, The Hollywood Reporter, Fox News, AOL

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