
Eine Hommage zehn Jahre nach „Lazarus“
Für die Ruhrtriennale 2026 kreiert Regisseur Ivo van Hove ein neues Musiktheaterstück, das sich vollständig dem musikalischen Erbe von David Bowie widmet. Zehn Jahre nach ihrer letzten Zusammenarbeit an „Lazarus“, dem Musical, das sich Bowie kurz vor seinem Tod im Januar 2016 gemeinsam mit van Hove erfüllte, kehrt der belgische Regisseur damit zum musikalischen Kosmos des britischen Ausnahmekünstlers zurück. Die Uraufführung findet am 20. August um 20:30 Uhr in der Jahrhunderthalle Bochum statt, benannt nach dem gleichnamigen Bowie-Klassiker „Rebel Rebel“.
Liebe als Widerstand gegen eine dystopische Ordnung
Inhaltlich entwirft die Produktion das Bild einer verrohten Gesellschaft, in der gewalttätige Jugendbanden die Städte terrorisieren und zwischenmenschliche Beziehungen jeder Art per Gesetz untersagt sind. In dieser von staatlich verordneter Entfremdung und Isolation geprägten Welt leistet ein junges Paar Widerstand, indem es sich seine eigene Utopie erschafft. Die Inszenierung versteht sich dabei explizit als Kommentar auf eine Gegenwart, die selbst zunehmend dystopische Züge annimmt, wobei Bowies Musik zum Soundtrack einer Welt am Abgrund wird.
Erfahrenes künstlerisches Team
Die musikalische Leitung des Stücks liegt bei Henry Hey, der bereits als langjähriger musikalischer Weggefährte Bowies an dessen Album „The Next Day“ sowie am Musical „Lazarus“ mitgewirkt hatte. Für die Choreografie zeichnet der vielfach ausgezeichnete Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui verantwortlich, der die Aufgabe übernimmt, Gewalt, Widerstand und Liebe tänzerisch zu übersetzen. Bühnenbild und Licht stammen von Jan Versweyveld, langjähriger künstlerischer und persönlicher Weggefährte van Hoves. Eine der Hauptrollen übernimmt Schauspieler Daniel Donskoy.
Letzte Spielzeit unter van Hoves Intendanz
Mit „Rebel Rebel“ markiert van Hove zugleich den Auftakt seiner dritten und letzten Spielzeit als künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale, bevor ihm 2027 die amerikanische Regisseurin Lydia Steier nachfolgen wird. Unter dem Motto „Longing for Tomorrow“ präsentiert das Festival bis zum 20. September insgesamt 114 Veranstaltungen an zwölf Spielstätten im Ruhrgebiet, darunter zahlreiche Ur- und Erstaufführungen. Aufgrund der großen Nachfrage wurden für „Rebel Rebel“ bereits zwei Zusatzvorstellungen am 3. und 4. September angesetzt.
Aufführungstermine im Überblick
Die Produktion wird in der Jahrhunderthalle Bochum insgesamt neun Mal gezeigt, im Zeitraum vom 20. August bis zum 2. September, ergänzt durch die beiden Zusatztermine am 3. und 4. September. Das Stück wird in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt und dauert etwa zwei Stunden.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: concerti.de, Ruhrtriennale, Bochum Journal, Der Kultur Blog, RVR Ruhr
