Sebastian Dooris from Dublin, Ireland, CC0, via Wikimedia Commons
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MORTIIS @ Voodoo Lounge 11th Aprril 2007

Ein neues Kapitel für den Album-Schlusstitel

Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung seines aktuellen Albums „Ghosts Of Europa“ legt der norwegische Musiker Mortiis mit der digitalen EP „Farewell Romero“ nach. Die dreiteilige Veröffentlichung dreht sich vollständig um den gleichnamigen Schlusstitel des im Juni über Prophecy Productions erschienenen Albums und bietet dem Titel gleich zwei komplett neue klangliche Interpretationen. Zugleich markiert der Song die vierte und letzte Singleauskopplung aus „Ghosts Of Europa“. 

Klavierversion in Zusammenarbeit mit Nicolas Horvath

Den Kern der EP bildet neben der Originalversion die neu interpretierte Fassung „Farewell Romero (No Longer Feel the Same)“, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten französischen Pianisten Nicolas Horvath entstand. Horvath hat in der Vergangenheit bereits mit der Band Alcest zusammengearbeitet und ist zudem für seine musikalischen Beiträge im Umfeld des japanischen Animationsstudios Ghibli bekannt. Ursprünglich als reduzierte, klavierdominierte Variante geplant, entwickelte sich der Song im Laufe des Produktionsprozesses zunehmend in eine deutlich düsterere und kraftvollere Richtung, bis das Schlagzeug schließlich zu einem massiven, bedrohlichen Element wurde. Gemischt wurde diese Version von Marc Urselli.

Eine Madrigal-Version mit besonderem Zufall

Abgerundet wird die EP durch „Violent Silence (Madrigal Version)“, eine alternative Interpretation eines weiteren Albumsongs mit Gastgesang von Laurie Ann Haus, der ehemaligen Frontfrau der Band Todesbonden, die auch für ihre Session-Arbeiten an Soundtracks des Spieleherstellers Blizzard bekannt ist. Wie Mortiis verriet, entstand das ungewöhnliche Ende dieser Version durch einen glücklichen Zufall: Bei der Abmischung durch Sean Beavan blieb der Schluss aufgrund einer unklaren Anweisung versehentlich vollständig a cappella. Anstatt dies zu korrigieren, entschied sich der Musiker bewusst dafür, diese unerwartete Wendung beizubehalten.

Experimentierfreude als künstlerisches Prinzip

Mortiis erklärte, dass es seit jeher zu seiner Arbeitsweise gehöre, verschiedene Versionen seiner Songs zu entwickeln. Während des Songwritings entstünden häufig alternative Arrangements oder Melodien, die aus produktionstechnischen Gründen letztlich nicht auf dem fertigen Album landeten, jedoch zu spannend seien, um sie einfach verschwinden zu lassen. Das Artwork der EP stammt vom Künstler Nihil.

Hintergrund des Albums „Ghosts Of Europa“

„Ghosts Of Europa“ entstand über einen langen Zeitraum zwischen 2020 und 2026 und markiert Mortiis‘ erstes Album beim Label Prophecy Productions. Für die Platte konnte der Musiker zahlreiche prominente Gäste gewinnen, darunter Sarah Jezebel Deva, Thorsten Quaeschning von Tangerine Dream sowie erneut Laurie Ann Haus. Ursprünglich war das Album als Kollaboration mit Stephan Groth von Apoptygma Berzerk angedacht, ehe sich Mortiis nach dem Scheitern dieser Idee entschied, das bereits aufgenommene frühe Material eigenständig weiterzuentwickeln.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Side-Line, Lambgoat, BraveWords, Sonic Seducer, SonicAbuse

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