
Ein Produzent, der Genregrenzen sprengte
Der britische Musikproduzent William Orbit, mit bürgerlichem Namen William Mark Wainwright, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Wie seine Familie und Freunde über sein offizielles Instagram-Profil mitteilten, verstarb er bereits am 23. Juli in seinem Zuhause, die Nachricht wurde jedoch erst später öffentlich bekanntgegeben. Eine Todesursache wurde nicht mitgeteilt. In der Erklärung hieß es, Orbit werde von allen, deren Leben er durch seine Musik, seine Freundschaft und seine Güte berührt habe, schmerzlich vermisst.
Vom Elektronik-Pionier zum gefragten Hitproduzenten
Bereits in den frühen 1980er-Jahren machte sich Orbit als Mitglied des Elektronik-Trios Torch Song einen Namen, bevor er sich zunehmend der Musikproduktion zuwandte. In den frühen Neunzigerjahren leitete er zudem das Projekt Bassomatic und produzierte unter anderem Beth Ortons Debütalbum. Sein internationaler Durchbruch als gefragter Produzent gelang ihm über mehrere Remixe für Madonna, darunter zu den Songs „Justify My Love“ und „Erotica“, die den Grundstein für eine deutlich umfangreichere Zusammenarbeit legten.
Der kreative Kopf hinter „Ray of Light“
Zum Höhepunkt seiner Karriere wurde die gemeinsame Arbeit mit Madonna an deren 1998 erschienenem Album „Ray of Light“, das mit seinem unverwechselbaren, aus Elementen von Techno, Trip-Hop und Downtempo bestehenden Klangbild maßgeblich von Orbit geprägt wurde. Das Album gewann mehrere Grammy Awards, unter anderem als bestes Popalbum, während der Titeltrack als beste Dance-Aufnahme ausgezeichnet wurde. Die Zusammenarbeit der beiden setzte sich in den folgenden Jahren fort, unter anderem beim Austin-Powers-Hit „Beautiful Stranger“ sowie bei mehreren Songs auf Madonnas Album „Music“. Auch 2012 arbeiteten die beiden für Madonnas Album „MDNA“ erneut zusammen.
Bewegende Worte von Madonna
Nach Bekanntwerden seines Todes veröffentlichte Madonna eine ausführliche, sehr persönliche Würdigung ihres langjährigen musikalischen Partners über ihre sozialen Kanäle. Sie beschrieb, wie die gemeinsame Arbeit mit Orbit ihr die Erkenntnis gebracht habe, dass sich Musik keinen festen Genregrenzen unterordnen müsse. Sie erinnerte sich an eine kreative Zeit voller unentdeckter Möglichkeiten und bezeichnete Orbit als einen einzigartigen, geradezu weltfremd wirkenden kreativen Geist, dessen Ideen förmlich aus seinem Keyboard oder seiner Gitarre hervorzubrechen schienen. Begleitet wurde die Würdigung von Archivaufnahmen ihres gemeinsamen Grammy-Gewinns im Jahr 1999.
Vielseitiges Wirken über Madonna hinaus
Orbits Schaffen reichte weit über seine Zusammenarbeit mit Madonna hinaus. So produzierte er 1997 das Album „13″ von Blur und arbeitete zudem mit Künstlern wie U2, Britney Spears und No Doubt zusammen. Erst zu Beginn dieses Jahres hatte er öffentlich Gerüchte über eine mögliche Fortsetzung von „Ray of Light“ kommentiert, nachdem Madonna ihr kommendes Album „Confessions II“ angekündigt hatte, und dabei angedeutet, bereits fertiges Material für ein mögliches Nachfolgewerk in der Schublade zu haben.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, Billboard, Deadline, Yahoo Entertainment, Last.fm
