Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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Eddie Vedder performing at the Ohana Festival in California on 28 September 2019.

Ein letzter Gang zurück an den Anfang

Nach der Beerdigung von Glen Hansard in der St. Patrick’s Cathedral sowie der anschließenden Gedenkfeier im Dubliner Vicar Street wählte Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder einen ganz besonderen, tief persönlichen Weg, um sich von seinem verstorbenen Freund zu verabschieden. In den frühen Morgenstunden kehrte er mit Hansards eigener Gitarre in der Hand an genau den Ort auf der Grafton Street zurück, an dem der irische Musiker einst als Teenager seine Karriere als Straßenmusiker begann.

Eine spontane Idee aus Freundschaft

Initiiert wurde die nächtliche Session vom schottischen Musiker Murdo Mitchell, der über eine langjährige Freundschaft mit Hansard verbunden war, nachdem dieser ihn im Alter von 14 Jahren beim Straßenmusizieren entdeckt und auf die Bühne geholt hatte. Nach der Beerdigung fragte Mitchell mehrere gemeinsame Freunde, ob sie Lust hätten, an Hansards angestammtem Platz auf der Grafton Street noch einmal gemeinsam Musik zu machen. Obwohl es bereits gegen drei Uhr morgens war, fand sich schnell eine kleine Gruppe zusammen, die den Moment als genau richtig empfand. Mitchell beschrieb später, mit nur einer Gitarre, einer gerissenen Saite und viel Herz habe man es dennoch geschafft, diesem Abschied Ausdruck zu verleihen.

Vedder gemeinsam mit seiner Familie vor Ort

Videoaufnahmen, die in den folgenden Stunden im Internet kursierten, zeigen Eddie Vedder gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill sowie den gemeinsamen Töchtern Olivia und Harper inmitten mehrerer junger Straßenmusiker aus der Dubliner Busking-Szene. Auch Fotograf Danny Clinch, der den Moment mit seiner Kamera festhielt, beschrieb die Rückkehr an Hansards angestammten Platz als genau das, was sich der Musiker selbst gewünscht hätte. Glen Hansard hatte trotz seines späteren internationalen Erfolgs zeitlebens seine Verbindung zur Straßenmusik nie verloren, die Grafton Street blieb für ihn ein zentraler Ort seiner musikalischen Herkunft.

Ein Abend voller musikalischer Erinnerungen

Bereits am Vorabend hatte Vedder bei der Gedenkfeier im Vicar Street gemeinsam mit zahlreichen weiteren Musikerinnen und Musikern, darunter Liam Ó Maonlaí, Jake Clemons, Mundy, Mitglieder der Frames, Declan O’Rourke, Imelda May und Bronagh Gallagher, eine kraftvolle Version von Neil Youngs „Rockin‘ in the Free World“ angestimmt. Besonders bewegend war zudem eine Darbietung des Songs „Society“, den Vedder gemeinsam mit Saxofonist Jake Clemons vortrug, ein Stück, das die beiden bereits über Jahre hinweg gemeinsam mit Hansard bei dessen Soloshows performt hatten.

Ein Abschied im Zeichen der Straße

Der spontane Auftritt auf der Grafton Street schließt damit auf berührende Weise den Kreis von Hansards musikalischem Lebensweg, der von den Straßen Dublins bis auf internationale Bühnen und schließlich zur Oscar-Auszeichnung für den Song „Falling Slowly“ führte. Für viele Fans und Weggefährten symbolisiert die nächtliche Session einen letzten, würdigen Gruß an einen Musiker, dessen künstlerisches Herz stets bei der unmittelbaren, ungefilterten Straßenmusik geblieben war.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Irish Star, Irish Examiner, pearljamonline.it

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