
Ein wiederkehrendes Streitthema seit 2016
Es ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass Politiker bei Veranstaltungen und Wahlkampfauftritten populäre Songs einsetzen, doch zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben bei Donald Trump wiederholt eine klare Grenze gezogen. Seit Beginn seines ersten Wahlkampfs im Jahr 2016 zeigten sich immer wieder Musikschaffende verärgert darüber, dass ihre Songs bei Trump-Veranstaltungen gespielt wurden, häufig ohne jegliche Genehmigung. Zu den Künstlern, die bereits vor der Wahl 2020 öffentlich Einwände erhoben, zählten unter anderem Bruce Springsteen, Rihanna, Phil Collins, Pharrell Williams, John Fogerty, Neil Young, Panic! at the Disco, R.E.M. und Guns N‘ Roses, ebenso wie die Nachlassverwaltungen bereits verstorbener Künstler wie Leonard Cohen, Tom Petty und Prince sowie britische Acts wie die Rolling Stones, die Beatles und Adele.
Der Fall Isaac Hayes als besonders hartnäckiger Streit
Besonders langwierig gestaltete sich der Rechtsstreit rund um den Nachlass von Soul-Ikone Isaac Hayes. Im August 2024 reichten dessen Anwälte eine Urheberrechtsklage ein und dokumentierten dabei 134 Fälle, in denen der Song „Hold On, I’m Coming“ zwischen 2022 und 2024 bei Wahlkampfveranstaltungen verwendet worden sein soll, ohne dass eine Lizenz erworben wurde. Ein Bundesgericht erließ daraufhin im September 2024 eine vorläufige Verfügung, die dem Trump-Wahlkampfteam die weitere Nutzung des Songs zunächst untersagte. Erst im Februar 2026 einigten sich Trump und die Hayes-Familie schließlich außergerichtlich, wobei die genauen Bedingungen der Einigung nicht öffentlich gemacht wurden. Im Umfeld dieses Falls sprach sich Musiker Sam Moore, bekannt aus dem Duo Sam & Dave, allerdings öffentlich gegen die Klage der Hayes-Familie aus, nachdem er selbst zuvor bei einem Konzert vor Trumps Amtseinführung aufgetreten war.
Céline Dion und weitere prominente Einsprüche
Für besonderes Aufsehen sorgte auch der Fall von Céline Dion, nachdem bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bozeman, Montana, ein Videoausschnitt ihrer Interpretation von „My Heart Will Go On“ gezeigt wurde. Ihr Team reagierte umgehend mit der Klarstellung, dass diese Nutzung in keiner Weise autorisiert sei und Dion eine solche Verwendung grundsätzlich nicht unterstütze. Auch die Rolling Stones erhoben wiederholt Einwände gegen die Nutzung ihres Songs „You Can’t Always Get What You Want“ und drohten dabei mehrfach mit rechtlichen Schritten. Rihannas Vertretung wiederum verschickte nach der Verwendung ihres Songs „Don’t Stop the Music“ bei einer republikanischen Veranstaltung eine förmliche Unterlassungsaufforderung.
Auch neuere Fälle sorgen weiterhin für Kritik
Auch nach der Wahl 2020 blieben Konflikte dieser Art nicht aus. So wurde etwa der Smiths-Song „Please, Please, Please Let Me Get What I Want“ bei mehreren Wahlkampfveranstaltungen gespielt, woraufhin sich Gitarrist Johnny Marr öffentlich empört zeigte und die weitere Nutzung entschieden zurückwies. Auch Beyoncé sowie die Familie des Komponisten James Horner reagierten auf unautorisierte Verwendungen ihrer Werke mit deutlichen öffentlichen Stellungnahmen und rechtlichen Schreiben.
Ein Muster, das sich über Jahre fortsetzt
Bereits seit seiner ersten Kandidatur 2015 sahen sich zahlreiche weitere namhafte Künstler und Songwriter gezwungen, öffentlich gegen die Nutzung ihrer Musik bei Trump-Wahlkampfveranstaltungen zu protestieren, darunter Adele, Aerosmith-Sänger Steven Tyler sowie die Nachlassverwaltung von Sinéad O’Connor. Die wiederkehrenden Konflikte verdeutlichen ein grundsätzliches Spannungsfeld zwischen dem öffentlichen Einsatz populärer Musik bei politischen Veranstaltungen und den Persönlichkeits- sowie Urheberrechten der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: NBC News, Associated Press, Rolling Stone, Billboard, Wikipedia, IBTimes UK
