
Anwaltliche Stellungnahme nach schwerem Vorwurf
Der Veranstalter der 80er-Live-Party im Frankfurter Waldstadion, die Kölner Agentur Markus Krampe Entertainment Group, hat den von Boy George erhobenen Sabotage-Vorwurf inzwischen über die Kölner Anwaltskanzlei Höcker juristisch zurückweisen lassen. Wie die „Hessenschau“ berichtet, betont der Veranstalter, sämtliche für den Auftritt erforderlichen technischen Voraussetzungen ordnungsgemäß geschaffen zu haben. Der Vorwurf, jemand habe den Auftritt des Sängers gezielt beeinträchtigt, werde als unzutreffend zurückgewiesen.
Eigenverantwortung statt Sabotage
Nach Darstellung des Veranstalters hätte Boy George durchaus die Möglichkeit gehabt, die Lautstärke seiner In-Ear-Ohrhörer selbst zu regulieren oder entsprechende Änderungswünsche unmittelbar zu kommunizieren. Sowohl sein eigener Tourmanager als auch der Musical Director seien als Vertrauenspersonen vor Ort gewesen und hätten solche Anliegen weitertragen können. Zudem habe für den Sänger jederzeit die Möglichkeit bestanden, auf die In-Ear-Technik zu verzichten und stattdessen über die auf der Bühne vorhandenen Monitorboxen weiterzusingen.
Forderung nach Rücknahme und Gagenrückzahlung
Der Veranstalter geht davon aus, dass der Musiker seinen Vorwurf nicht länger aufrechterhält, zumal der entsprechende Beitrag auf der Plattform X von Boy George selbst inzwischen wieder gelöscht wurde. Darüber hinaus verlangt die Agentur, dass der Sänger den Sabotage-Vorwurf öffentlich nicht mehr wiederholt, und fordert zudem die Rückzahlung der bereits gezahlten Gage. Als Begründung führte der Veranstalter unter anderem an, dass sich keine technische Fehlerursache habe feststellen lassen, obwohl sowohl der Techniker als auch Boy Georges eigener Tourmanager denselben Ton gehört hätten.
Auch Fans fordern Erstattung
Neben der rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Künstler selbst sieht sich der Veranstalter zusätzlich mit Forderungen enttäuschter Konzertbesucherinnen und -besucher konfrontiert. Zahlreiche Fans, die für den abgebrochenen Auftritt Tickets erworben hatten, wünschen sich eine Rückerstattung ihres Ticketpreises. Ob und in welcher Form solche Erstattungen erfolgen könnten, werde derzeit ebenfalls geprüft.
Kontext eines ohnehin turbulenten Sommers
Der Auftritt in Frankfurt fand vor dem Hintergrund einer bereits andauernden öffentlichen Kontroverse um Boy Georges pro-israelischen Song „We Will Dance Again“ statt, der in den Wochen zuvor für erhebliche Kritik gesorgt hatte. Auf der Bühne hatte der Sänger den Abend selbst als seinen ersten Auftritt bezeichnet, seit er in der öffentlichen Wahrnehmung gewissermaßen „gecancelt“ worden sei. Das Publikum begrüßte ihn zu Beginn dennoch mit großer Begeisterung, bevor der Abend schließlich in dem umstrittenen Bühnenabbruch endete.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: hessenschau, Promiflash, Musikexpress, Rolling Stone Deutschland
