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Heinz Rudolf Kunze als Gast beim ZDF-Fernsehgarten am 13. Mai 2018 in Mainz.

Ein Auftritt in der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger hat eine öffentliche Kontroverse zwischen dem Musiker Heinz Rudolf Kunze und der Kölner Aktivistin Malca Goldstein-Wolf ausgelöst. Auslöser war die Sendung vom 11. August, in der neben tagesaktuellen politischen Themen auch der Auftritt von Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt diskutiert wurde.

Kunzes Lob für Hallervordens Wahlkampfauftritt

Kunze war in der Runde als einer der Kommentatoren geladen, zu der außerdem SPD-Politiker Karl Lauterbach, der CDU-Abgeordnete Tilman Kuban, der chinesische Künstler Ai Weiwei sowie die Journalisten Ulrike Herrmann und Nikolaus Blome zählten. Der Musiker äußerte sich in der Sendung positiv über die Entscheidung, Hallervorden als prominenten Unterstützer in den Wahlkampf einzubinden. Er bezeichnete den Berliner Kabarettisten als originellen Kopf und großes Vorbild und lobte den Mut des Ministerpräsidenten, einen derart unangepassten Künstler für den Wahlkampf zu gewinnen.

Offener Brief aus der Jüdischen Allgemeinen

Kurz nach der Ausstrahlung reagierte Malca Goldstein-Wolf mit einem offenen Brief, veröffentlicht auf dem Portal der Jüdischen Allgemeinen. Die Aktivistin zeigte sich empört über Kunzes Aussagen und warf ihm vor, sich zu einem Thema geäußert zu haben, mit dem er sich nicht ausreichend auseinandergesetzt habe. Sie kritisierte insbesondere, dass die CDU einen Künstler als Werbefigur einsetze, dessen öffentliche Positionen zu Israel und dem Gazakrieg aus ihrer Sicht hochproblematisch seien. Goldstein-Wolf bezog sich dabei auf frühere Aussagen Hallervordens, in denen dieser Israel in Zusammenhang mit dem Vorwurf des Völkermords gebracht hatte.

Kunzes eigene Haltung zum Nahost-Konflikt

Der Streit reiht sich ein in eine bereits länger andauernde öffentliche Positionierung Kunzes zum Gazakrieg. Der Liedermacher hatte sich wiederholt gegen Forderungen ausgesprochen, Israel im Zuge des von der Hamas begonnenen Krieges keine Waffen mehr zu liefern, und damit eine Gegenposition zu zahlreichen anderen Kulturschaffenden eingenommen. Bereits 2017 hatte er zudem öffentlich klargestellt, dass sich eines seiner bekannten Lieder gegen den NSU und nicht gegen Migranten richte.

Goldstein-Wolfs Erfahrung mit ähnlichen Debatten

Für Goldstein-Wolf ist die Auseinandersetzung kein Einzelfall. Bereits 2017 und 2018 protestierte sie öffentlich gegen eine Werbekooperation des WDR im Rahmen einer Tournee des früheren Pink-Floyd-Musikers Roger Waters, dem eine Nähe zur BDS-Bewegung nachgesagt wird. Nach ihrer Intervention beendete der Sender die Zusammenarbeit; der damalige WDR-Intendant Tom Buhrow soll sich von ihrem Schreiben persönlich berührt gezeigt haben. Waters reagierte damals öffentlich auf die Aktivistin.

Grundsätzliche Debatte über Kunst und politische Verantwortung

Der Schlagabtausch zwischen Kunze und Goldstein-Wolf wirft eine Frage auf, die weit über den konkreten Fall Hallervorden hinausreicht: Wo endet die künstlerische Freiheit zur Meinungsäußerung, und wo beginnt eine politische Mitverantwortung für die Instrumentalisierung dieser Bekanntheit im Wahlkampf. Auch jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt hatten sich bereits kritisch zu Hallervordens Rolle im CDU-Wahlkampf geäußert.

Aktuelle Termine

Heinz Rudolf Kunze tritt am 24. Oktober in der Elbphilharmonie Hamburg auf, der Vorverkauf für diesen Termin hat bereits begonnen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone Deutschland, Jüdische Allgemeine

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