Drew de F Fawkes, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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Ellie Goulding & Friends, O2 Shepherds Bush Empire

Die britische Popsängerin Ellie Goulding hat rechtliche Schritte gegen ihre früheren Manager Ben Mawson und Ed Millett von TaP Management eingeleitet. Im Zentrum der Klage steht der Vorwurf, ihre langjährigen Betreuer hätten ihr über Jahre hinweg verschwiegen, dass deren Unternehmen einer Tochtergesellschaft des Konzertveranstalters Live Nation gehörte.

Von 2018 bis 2025 unter Vertrag

Goulding war zwischen 2018 und 2025 Klientin bei TaP Management, einer Agentur, die Mawson und Millett bereits 2010 gegründet hatten. Wie aus der nun eingereichten Klageschrift hervorgeht, erwarb Live Nation über seine Muttergesellschaft HNOE bereits 2015 einen Mehrheitsanteil von 50,1 Prozent an TaP Management, bevor der Konzern das Unternehmen 2019 vollständig übernahm. Während der gesamten Vertragslaufzeit soll ihr Managementteam eine Provision von 20 Prozent ihrer Einnahmen erhalten haben.

Vorwurf der verschwiegenen Interessenkonflikte

Der Klage zufolge drängten Mawson und Millett die Sängerin wiederholt dazu, geschäftliche Vereinbarungen mit Live Nation und dessen Tochterunternehmen einzugehen, etwa im Bereich Konzertveranstaltung, Merchandise sowie bei der Produktion einer Dokumentation. Konkret geht es dabei um Gouldings Konzerttourneen „Brightest Blue“ aus dem Jahr 2021 sowie „Higher Than Heaven“ aus dem Jahr 2023, die beide von Live Nation promotet wurden. Nach Darstellung der Klägerin hätten ihre Manager zu keinem Zeitpunkt offengelegt, dass sie durch die Beteiligungsstruktur ein eigenes finanzielles Interesse an einer Zusammenarbeit mit Live Nation hatten – ein Umstand, den Goulding eigenen Angaben zufolge erst im vergangenen Jahr erfuhr.

Mawson als Live-Nation-Geschäftsführer mit doppelter Rolle

Besonders brisant erscheint der Umstand, dass Mawson nach übereinstimmenden Medienberichten zugleich als Geschäftsführer fungierte und in dieser Funktion direkt an Live Nation berichtete, während er gleichzeitig in Gouldings Namen Verhandlungen mit demselben Konzern führen sollte. Die Klage wirft den Beklagten vor, ein persönliches Interesse an Geschäften zwischen Goulding und Unternehmen der Live-Nation-Gruppe gehabt zu haben, das im tatsächlichen oder potenziellen Widerspruch zu ihren Interessen gestanden habe, stets die für sie günstigsten kommerziellen Konditionen mit dem jeweils passendsten Geschäftspartner auszuhandeln.

Trennung Ende vergangenen Jahres

Bereits im Januar hatte die britische Boulevardpresse über eine Trennung zwischen Goulding und TaP Management berichtet, wobei beide Seiten unterschiedliche Versionen der Umstände darstellten. Aus dem Umfeld der Sängerin hieß es damals, sie habe sich im Dezember von der Agentur gelöst, um sich verstärkt auf ihre Familie und die bevorstehende Geburt ihres zweiten Kindes zu konzentrieren. Aus dem Umfeld von TaP wiederum hieß es, man habe die Zusammenarbeit nach acht gemeinsamen Jahren im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Neue berufliche Aufstellung und kommendes Album

Inzwischen hat sich Goulding beruflich neu orientiert: Im Juni unterzeichnete sie für den Bereich Touring einen Vertrag mit der Agentur WME und kehrte zudem zu Sarah Stennetts Firma First Access zurück. Parallel dazu bereitet die Sängerin die Veröffentlichung ihres sechsten Studioalbums mit dem Titel „I Know Too Much“ vor, das für September angekündigt ist. Live Nation selbst ist in dem Rechtsstreit nicht als Beklagter aufgeführt und äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Auch Vertreter von Goulding und TaP Management reagierten zunächst nicht auf Anfragen zu dem Verfahren.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Variety, Billboard, The Hollywood Reporter, Far Out Magazine, Digital Music News

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