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Fontaines dc Glastonbury 2019 Williams Green Carlos O'Connell

Die irische Band Fontaines D.C. hat ihr fünftes Studioalbum angekündigt. „Dopamine Chamber“ erscheint am 16. Oktober über XL Recordings und setzt damit den straffen Zweijahresrhythmus fort, den die Band bereits mit „A Hero’s Death“ im Jahr 2020 begonnen hatte. Erneut übernahm Produzent James Ford die musikalische Leitung, der bereits für den kommerziellen Durchbruch der Band mit „Romance“ im Jahr 2024 verantwortlich zeichnete.

Ein radikaler klanglicher Kurswechsel

Nach der optischen und klanglichen Neuausrichtung, die „Romance“ bereits einleitete, geht die Band auf ihrem neuen Werk noch einen entscheidenden Schritt weiter. „Dopamine Chamber“ entfernt sich bewusst von der gitarrenlastigen Klangsprache früherer Alben und setzt stattdessen auf kühle Synthesizer-Klänge, marschierende Drum-Patterns, Samples sowie schwelgerische Streicherarrangements, die an italienische Popmusik der Sechzigerjahre erinnern, jedoch in ein deutlich synthetischeres Gewand gehüllt sind. Mehrere Songs des Albums kommen sogar gänzlich ohne Gitarren aus. Gitarrist Conor Curley beschrieb das erklärte Ziel, bewusst von den bisherigen musikalischen Bezugspunkten der Band wegzukommen und stattdessen nach vorausweisenden Klangideen zu suchen.

Entstehung zwischen London und Sizilien

Die Aufnahmen zum Album entstanden an mehreren unterschiedlichen Orten: teils in London, teils auf dem englischen Land und teils im sizilianischen Palermo, wo Frontmann Grian Chatten seine Gesangsspuren in einer improvisierten, aus Matratzen und Kissen gebauten Aufnahmekabine einsang. Chatten erklärte zudem, dass ihn ausgedehnte Reisen durch Venedig, Wien und Sizilien maßgeblich zu den Texten des Albums inspiriert hätten. Inhaltlich beschrieb er „Dopamine Chamber“ als deutlich dunkler grundiert als den Vorgänger: Während „Romance“ nach seiner Einschätzung noch überwiegend menschlich geprägt gewesen sei, dominiere auf dem neuen Album stärker das Gefühl einer durch Automatisierung korrumpierten Welt. Bewusst habe man sich entschieden, auf hoffnungsvollere Töne zu verzichten und stattdessen die Härte der Gegenwart ehrlich abzubilden.

Erste Single als cineastischer Auftakt

Als erste Singleauskopplung veröffentlichte die Band den Song „Marianne“, der bereits zuvor bei Liveauftritten der Gruppe zu hören war. Musikalisch bewegt sich der Song mit eisigen Synthieflächen, stampfenden Rhythmen und deutlichen Anleihen an Dark-Wave-Klänge im Umfeld von Bands wie Depeche Mode. Inspiriert wurde der Track teilweise von der 2024 erschienenen Thriller-Miniserie „Ripley“. Inhaltlich dreht sich „Marianne“ um Themen wie Eskapismus und Hedonismus und lädt die Hörerschaft dazu ein, sich einer bedrohlichen Realität durch Flucht oder Hingabe zu entziehen. Das begleitende Musikvideo stammt von Regisseur Dave Meyers.

Erfolgreicher Vorgänger als Referenzpunkt

Das Vorgängeralbum „Romance“ hatte die Dubliner Band 2024 endgültig aus der Nische der Kritikerlieblinge in die vorderste Reihe der internationalen Rockszene katapultiert. Die Platte debütierte auf Platz zwei der britischen Albumcharts, wurde dort inzwischen mit Platin ausgezeichnet und bescherte der Band ihren ersten Eintrag in den amerikanischen Billboard-200-Charts. Zusätzlich erhielt das Album zwei Grammy-Nominierungen, gewann bei den BRIT Awards 2025 die Auszeichnung als bester internationaler Act sowie den Album-Preis der Rolling Stone UK Awards und den irischen Choice Music Prize, und war zudem für den renommierten Mercury Prize nominiert.

Tourdaten

Fontaines D.C. sind unter anderem mit folgenden Terminen unterwegs: 18. August in Lausanne, 20. August beim FM4 Frequency Festival in Sankt Pölten, 28. August beim Reading Festival, 29. August beim Leeds Festival sowie 30. August beim Electric Picnic in Stradbally, Irland.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: NME, Rolling Stone, Stereogum, BroadwayWorld, Wikipedia, Piccadilly Records

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