
Comecoquito, CC0, via Wikimedia Commons
Mit zwei ausverkauften Konzerten im Hiram-Bithorn-Stadion von San Juan hat Bad Bunny seine „Debí Tirar Más Fotos“-Welttournee beendet. Die beiden Abschlussshows am 22. und 23. August standen unter dem Motto „Cerramos en Casa“ – zu Deutsch etwa „Wir schließen zu Hause ab“. Damit kehrte der Superstar an genau den Ort zurück, an dem alles begann: In derselben Stadt hatte er im Sommer 2025 mit einer 31 Konzerte umfassenden Residency den Startschuss für die Ära seines siebten Studioalbums gegeben.
Ein Tourzyklus mit Rekordcharakter
Die Welttournee führte den aus San Juan stammenden Künstler, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, über neun Monate hinweg durch 22 Städte auf vier Kontinenten, darunter Stationen in Lateinamerika, Australien, Japan und Europa. Insgesamt umfasste der Zyklus 57 Auftritte. Ursprünglich sollte die weltweite Etappe bereits Ende Juli in Brüssel enden. Die beiden zusätzlichen Termine in Puerto Rico wurden jedoch erst kurzfristig angekündigt, nachdem im Stadion Gerüste für den Bühnenaufbau gesichtet worden waren und dadurch bereits Spekulationen ausgelöst hatten.
Ansturm auf Tickets
Der Andrang auf die letzten beiden Shows war enorm: Nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE sollen sich rund 1,5 Millionen Menschen in der virtuellen Warteschlange für den Ticketverkauf befunden haben. Wenig später bestätigten der Konzertveranstalter Move Concerts Puerto Rico sowie Bad Bunnys Label Rimas Entertainment über soziale Netzwerke den restlosen Ausverkauf beider Termine.
Botschaften an die Heimat
Vor rund 35.000 Zuschauern pro Abend nutzte der Musiker die Bühne nicht nur für ein Best-of seiner Karriere, sondern auch für deutliche Worte an sein Publikum. Er sprach die anhaltenden Probleme Puerto Ricos bei der Wasser- und Stromversorgung offen an und machte deutlich, dass er diese strukturellen Missstände selbst nicht lösen könne. Zugleich rief er seine Landsleute dazu auf, stolz auf ihre Herkunft zu sein und den Mut nicht zu verlieren, sich weiter für die Zukunft der Insel einzusetzen. Diese Verbindung von Popkultur und gesellschaftlichem Engagement zog sich bereits durch weite Teile der zurückliegenden Konzertreise.
Musikalische Zeitreise mit prominenten Gästen
Die Setlist der Abschlusskonzerte bot einen Querschnitt durch die Karriere des Künstlers, unter anderem mit Songs wie „Callaíta“, „Tití Me Preguntó“, „Baile Inolvidable“ und „El Apagón“. Für zusätzliche Höhepunkte sorgten Gastauftritte weiterer Künstler aus der Reggaeton- und Latin-Trap-Szene, die im Verlauf der beiden Abende die Bühne mit ihm teilten. Als Vorgruppe fungierte erneut die puertoricanische Formation Chuwi, die der Superstar einst aus der Anonymität geholt und auf seinem Album mit dem Song „Weltita“ featuring in Szene gesetzt hatte. Zum Abschluss griff er auf den Titeltrack seines Albums zurück, bevor er die Show mit einer Zugabe im klassischen Reggaeton-Stil ausklingen ließ.
Ein Jahr voller Superlative
Der Tourabschluss reiht sich ein in ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr für den Künstler. Bereits im Februar hatte er als erster überwiegend spanischsprachiger Künstler die Halbzeitshow des Super Bowl bestritten, die als meistgesehene Show ihrer Art in die Geschichte einging. Zu den Gästen zählten damals unter anderem Lady Gaga und Ricky Martin, während prominente Zuschauer wie Pedro Pascal, Cardi B und Karol G unter den Tänzerinnen und Tänzern auszumachen waren.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: NME, Yahoo Entertainment, Rolling Stone, Billboard, NPR, Latin Times, Wikipedia
