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Kanye West on the watch the throne tour
U2Soul, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

Die für Oktober angekündigten Auftritte des US-Rappers Ye, besser bekannt unter seinem früheren Namen Kanye West, in Russland geraten ins Wanken. Nur wenige Tage nach der öffentlichen Ankündigung mehren sich Berichte, wonach die für die Durchführung notwendigen Verträge bislang nicht unterschrieben wurden. Damit steht infrage, ob die geplanten Shows überhaupt stattfinden können.

Gazprom Arena dementiert Vertragsabschluss

Der als Veranstaltungsort vorgesehene Betreiber der Gazprom Arena in St. Petersburg erklärte auf seiner Webseite, dass keinerlei Mietvertrag für das Stadion unterzeichnet worden sei. Ohne einen solchen Vertrag könne die Veranstaltung nicht an diesem Ort ausgetragen werden, hieß es sinngemäß. In einer späteren Mitteilung stellte die Arena zudem klar, nie selbst als Veranstalter der Konzerte aufgetreten zu sein. Diese Rolle liege bei einer Moskauer Konzertagentur. Zeitweise war die entsprechende Ankündigung auf der Website des Stadions nicht mehr aufrufbar, nachdem über das mögliche Scheitern berichtet worden war.

Veranstalter hält an den Terminen fest

Die zuständige Moskauer Agentur widersprach den Berichten über eine Absage und teilte über ihren Telegram-Kanal mit, dass die Frist zur Vertragsunterzeichnung erst in Kürze ablaufe. Man stehe in Kontakt mit der Arena und arbeite an einer Lösung. Nach Angaben der Agentur sei das Konzert zum aktuellen Zeitpunkt keineswegs offiziell abgesagt.

Geplante Termine und großes Interesse der Fans

Die Auftritte waren ursprünglich für den 10. und 11. Oktober in St. Petersburg vorgesehen, der Heimatstadt von Russlands Präsident Wladimir Putin. Nach Bekanntwerden der Termine kam es einem großen Andrang, unter anderem bei Zugtickets in die Stadt an der Newa. Karten für die Konzerte, die umgerechnet rund 100 Euro kosteten, sollen einem Bericht zufolge innerhalb kürzester Zeit vergriffen gewesen sein.

Spekulationen über politischen Druck

Ein russisches Nachrichtenportal aus St. Petersburg berichtete, dass für die Konzerte nicht alle erforderlichen Genehmigungen vorgelegen hätten und die Absage nach Intervention aus Moskau erfolgt sei. Offizielle Bestätigungen für ein behördliches Eingreifen gibt es bislang nicht. Im Vorfeld hatten sich mehrere konservative russische Politiker öffentlich gegen den Auftritt positioniert. Ein Abgeordneter äußerte in einer Videobotschaft, der Musiker solle sich lieber traditionellen russischen Liedern widmen, anstatt sein geplantes Programm zu zeigen.

Historischer Auftritt in Putins Russland

Ein tatsächliches Konzert des Musikers würde als bislang größter Auftritt eines westlichen Stars in Russland seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 gelten. Zuvor waren bereits Spekulationen über mögliche Geschäftskontakte und sogar ein persönliches Treffen des Musikers mit Präsident Putin kursiert, wobei sich Vertreter des Künstlers in ihren Aussagen dazu widersprachen.

Kontroverse Vergangenheit des Musikers

Der Musiker gilt als einer der einflussreichsten, zugleich aber auch als einer der umstrittensten Akteure der Popkultur. In der Vergangenheit fiel er wiederholt durch rassistische und antisemitische Äußerungen auf, unter anderem im Zusammenhang mit einem Song mit nationalsozialistischem Bezug sowie durch das Bewerben von Kleidungsstücken mit NS-Symbolik. In einem offenen Brief hatte er sich für frühere judenfeindliche Aussagen entschuldigt und diese mit einer bipolaren Störung in Verbindung gebracht. Wegen ähnlicher Kontroversen wurden bereits mehrere geplante Auftritte in anderen Ländern abgesagt, darunter zuletzt eine Show in Italien.

Ob die Konzerte in St. Petersburg letztlich stattfinden, bleibt bis zum Ablauf der von der Agentur genannten Frist offen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: ZDFheute, Tagesspiegel, Euronews, hiphop.de, Nau.ch, The Daily Beast, Rolling Stone Australia

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