Kevin Paul, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons (cropped)
Der britische Schauspieler Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Wie mehrere internationale Medien übereinstimmend berichten, verstarb er am Abend des 25. August 2026 in seinem Zuhause in Los Angeles. Seine langjährige Managerin bestätigte den Tod gegenüber der Presse. Eine offizielle Todesursache wurde zunächst nicht genannt, Berichten zufolge schlossen die zuständigen Behörden jedoch ein Fremdverschulden aus. Einsatzkräfte waren demnach in der Nacht zu seinem Haus gerufen worden, um den Tod eines Mannes in seinen Achtzigern zu untersuchen.
Vom Theater-Newcomer zur Kultfigur
Geboren wurde Timothy James Curry 1946 in der englischen Grafschaft Cheshire als Sohn eines Marinegeistlichen. Nach seiner Ausbildung an den Universitäten Birmingham und Cambridge sammelte er erste Bühnenerfahrung bei der Royal Shakespeare Company. Bekannt wurde er bereits Ende der 1960er Jahre durch das Musical „Hair“, in dem er unter anderem nackt auf der Bühne stand – ein Skandal im damaligen Großbritannien. Bei dieser Produktion lernte er auch Richard O’Brien kennen, der ihm wenig später jene Rolle anbot, die sein gesamtes weiteres Leben prägen sollte.
Dr. Frank-N-Furter machte ihn weltberühmt
1973 übernahm Curry auf der Bühne die Figur des exzentrischen Dr. Frank-N-Furter in O’Briens „The Rocky Horror Show“, zwei Jahre später verkörperte er sie erneut in der Verfilmung „The Rocky Horror Picture Show“. Die Rolle des extravaganten, geschlechtsübergreifenden Wissenschaftlers aus dem All machte ihn international bekannt und begründete seinen Ruf als einer der wandlungsfähigsten Darsteller seiner Generation. Bis heute gilt der Film als eines der einflussreichsten Kultwerke der Kinogeschichte.
Vom Schrecken zur Komödie – ein Charakterdarsteller mit vielen Gesichtern
In den folgenden Jahrzehnten bewies Curry immer wieder seine Bandbreite. 1990 verkörperte er in der Verfilmung von Stephen Kings Roman „Es“ den dämonischen Clown Pennywise und prägte damit eine ganze Generation von Horrorfans nachhaltig. Ebenso vielseitig zeigte er sich in Komödien: Als Butler Wadsworth in „Clue“ (1985) sowie als schurkischer Hausbesitzer in „Kevin – Allein in New York“ überzeugte er ein breites Publikum. Auch als Sänger machte Curry von sich reden, sein Song „I Do the Rock“ platzierte sich 1979 in den Charts diesseits und jenseits des Atlantiks. 2004 übernahm er zudem die Rolle des König Artus im Monty-Python-Musical „Spamalot“, für die er eine Tony-Nominierung erhielt.
Schicksalsschlag Schlaganfall
Im Jahr 2012 erlitt Curry während einer Massage einen schweren Schlaganfall, der seine linke Körperhälfte lähmte. Fortan war er auf einen Rollstuhl angewiesen und konnte nicht mehr gehen. Trotz dieser Einschränkung zog er sich nicht vollständig aus der Öffentlichkeit zurück, sondern verlagerte seine Arbeit auf Sprecherrollen und ausgewählte Auftritte. 2016 kehrte er als Erzähler zur Neuverfilmung „The Rocky Horror Picture Show: Let’s Do the Time Warp Again“ zurück. Auf Fan-Conventions und Festivals blieb er zudem präsent und teilte Anekdoten aus seiner langen Karriere.
Offene Worte in der eigenen Autobiografie
Im Oktober 2025 veröffentlichte Curry seine Autobiografie „Vagabond“, die zu einem Bestseller wurde. Darin blickte er auf sein bewegtes Berufsleben zurück und sprach offen über die Folgen seines Schlaganfalls sowie über den langen Weg der Genesung, den er selbst als noch nicht abgeschlossen beschrieb. Über sein Privatleben machte er hingegen zeitlebens kaum Angaben – Curry war nach eigenen Angaben nie verheiratet und hatte keine Kinder.
Weggefährten zeigen sich erschüttert
Nach Bekanntwerden seines Todes meldeten sich zahlreiche Kollegen zu Wort. Schauspieler Michael McKean, der mit Curry gemeinsam in „Clue“ vor der Kamera stand, erinnerte sich an ein letztes Gespräch über das Leben, die Liebe und das Lachen und beschrieb Currys Tod als Erlösung von einem zuletzt schweren körperlichen Zustand. Auch weitere Weggefährten aus Film- und Theaterbranche würdigten sein außergewöhnliches schauspielerisches Talent und seine Wandlungsfähigkeit, die ihn zu einer festen Größe zwischen Kult, Schrecken und Komödie machte.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, ORF, ZDFheute, TMZ, Deseret News, Wikipedia
