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Beyonce en Amberes Belgica durante el I am... Tour en el estadio Sportpaleis el 7 de mayo de 2009
J.ébey, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Kolumbiens Pazifikregion Chocó kämpft weiterhin mit den Folgen eines schweren Erdbebens der Stärke 7,4, das die Provinz am 10. August erschütterte. Ganze Ortschaften wurden verwüstet, tausende Häuser zerstört und die ohnehin schwer zugängliche Region zusätzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Inmitten dieser humanitären Krise melden sich nun nacheinander zwei der bekanntesten Musikerinnen der Welt zu Wort und stellen ihre Reichweite in den Dienst der Betroffenen.

Beyoncé sagt eine Million Dollar für Soforthilfe zu

Wie ihr Unternehmen Parkwood Entertainment mitteilte, spendet Beyoncé aus eigenem Vermögen eine Million US-Dollar für Hilfsorganisationen, die derzeit vor Ort in Kolumbien aktiv sind. Das Geld soll unmittelbar dazu verwendet werden, Nahrungsmittel und Unterkünfte für die am stärksten betroffenen Gebiete bereitzustellen. Verteilt werden die Mittel über die Organisationen Food For The Poor sowie World Central Kitchen, die beide bereits vor Ort im Einsatz sind. Das Epizentrum des Bebens lag nahe San José del Palmar, rund 240 Kilometer von der Hauptstadt Bogotá entfernt, und war in mehreren kolumbianischen Städten deutlich zu spüren.

Ein verheerendes Ausmaß der Zerstörung

Die Zahlen zu den Auswirkungen des Bebens variieren je nach Quelle und Zeitpunkt der Erhebung, machen aber unabhängig davon das Ausmaß der Katastrophe deutlich. Nach Angaben der kolumbianischen Katastrophenschutzbehörde wurden mehr als 300 Menschen getötet, tausende weitere verletzt, und eine deutlich dreistellige Zahl an Menschen gilt weiterhin als vermisst. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind rund zehn Prozent der Bevölkerung von Chocó, umgerechnet etwa 69.000 Menschen, direkt betroffen oder wurden aus ihren Häusern vertrieben. Zehntausende Wohnhäuser wurden nach offiziellen Angaben vollständig zerstört, zudem wurden Straßen und weitere Infrastruktur schwer beschädigt, was den Zugang zu Nahrungsmitteln und Hilfsgütern in der abgelegenen Region zusätzlich erschwert.

Beyoncés Engagement reiht sich in eine langjährige Hilfstradition ein

Die Spende ist kein Einzelfall im karitativen Wirken der Sängerin. Über ihre Initiative BeyGOOD unterstützte sie bereits zuvor Betroffene von Naturkatastrophen, etwa mit einem millionenschweren Beitrag für Opfer der verheerenden Waldbrände in Los Angeles im vergangenen Jahr sowie mit Hilfe für Betroffene des Hurrikans Harvey in ihrer Heimatstadt Houston. Ihr Engagement fällt zudem in eine besonders arbeitsreiche Phase, in der sie gleichzeitig ein Jubiläums-Projekt rund um frühere Aufnahmen vorantreibt.

Shakira ging bereits Wochen zuvor mit gutem Beispiel voran

Bereits rund eine Woche nach dem Beben war die aus Kolumbien stammende Sängerin Shakira persönlich in die betroffene Provinzhauptstadt Quibdó gereist. Dort besichtigte sie beschädigte Klassenzimmer, sprach mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern und traf sich mit der Gouverneurin von Chocó, Nubia Carolina Córdoba, sowie mit Quibdós Bürgermeister Rafael Bolaños. Gemeinsam mit mehreren Partnern kündigte sie eine Summe von 1,25 Millionen US-Dollar an, die gezielt in den Wiederaufbau von Bildungseinrichtungen fließen soll. Rund 200 Schulen in der Provinz hatten nach dem Beben Schäden gemeldet.

Ein Bündnis aus Konzertveranstaltern, Sportverbänden und Entwicklungsbanken

Die von Shakira mobilisierte Summe setzt sich aus mehreren Quellen zusammen: 500.000 Dollar stammen von ihr selbst gemeinsam mit dem Konzertveranstalter Live Nation, mit dem sie geschäftlich verbunden ist, weitere 500.000 Dollar kommen vom Bildungsfonds der FIFA in Zusammenarbeit mit der Organisation Global Citizen, und 250.000 Dollar steuert die lateinamerikanische Entwicklungsbank CAF bei. Verwaltet wird das Geld über Shakiras eigene Stiftung Fundación Pies Descalzos, die sie bereits 1997 gegründet hatte, um Kindern in Kolumbien den Zugang zu Bildung zu erleichtern. Zusätzlich zu diesen Mitteln kündigte der Philanthrop Howard Buffett an, mit seiner Stiftung den Wiederaufbau von zehn weiteren Schulen in der Region zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Universidad Tecnológica del Chocó, die durch das Beben schwer beschädigt wurde und deren Wiederherstellung Shakira zu einem persönlichen Anliegen erklärt hat.

Weitere Stimmen aus der lateinamerikanischen Musikszene

Neben Beyoncé und Shakira haben sich mittlerweile zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler mit Kolumbien solidarisiert. Marc Anthony und Chayanne traten bei einem Benefizkonzert in Miami zugunsten der Erdbebenopfer in Kolumbien und Venezuela auf. Karol G kündigte im Rahmen mehrerer Konzerte an, über ihre Stiftung Con Cora Spenden ihrer Fans zu verdoppeln, während der kolumbianische Sänger Juanes gemeinsam mit seiner Stiftung Mi Sangre eine Kampagne für den langfristigen Wiederaufbau von Wohnraum initiierte. Auch internationale Hilfe fließt: Die Vereinigten Staaten stellten nach Angaben ihres Außenministeriums bereits mehrere Millionen Dollar an humanitärer Soforthilfe zur Verfügung.

Chocó bleibt trotz internationaler Unterstützung stark gezeichnet

Chocó zählt zu den ärmsten und zugleich am schwersten zugänglichen Regionen Kolumbiens. Viele Orte sind ausschließlich über Flüsse oder unbefestigte Pisten erreichbar, was die Verteilung von Hilfsgütern erheblich erschwert. Die Solidaritätswelle prominenter Künstlerinnen lenkt zusätzliche mediale Aufmerksamkeit auf die Notlage der Bevölkerung, ersetzt nach Einschätzung von Hilfsorganisationen jedoch nicht die dringend benötigte langfristige Unterstützung beim Wiederaufbau von Wohnraum, Bildungseinrichtungen und Infrastruktur in der Region.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Colombia One, Infobae, The Needle Drop, Variety, TheGrio, PR Newswire, Billboard, WEB.DE, amerika21, Euronews

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