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Amoreiras
r2hox from Madrid, Spain, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

Im Mordprozess um den 1996 erschossenen Rap-Ikone Tupac Shakur hat die Verteidigung von Duane „Keffe D“ Davis am Donnerstag ihre Beweisaufnahme abgeschlossen. Nach neun Verhandlungstagen riefen die Anwälte lediglich drei Zeugen in den Zeugenstand, bevor sie ihren Fall in weniger als zwei Stunden für beendet erklärten. Die Plädoyers beider Seiten sind für Montag terminiert, danach zieht sich die Jury zur Beratung zurück. Davis selbst verzichtete darauf, selbst auszusagen.

Ehemaliger Ermittler spricht von Rückzugsbefehl

Im Zentrum der Verteidigungsstrategie stand die Aussage eines langjährigen Detectives der Polizeibehörde von Las Vegas. Der pensionierte Ermittler berichtete, er habe 2009 nach einer Befragung von Davis genügend Verdachtsmomente gesehen, um einen Haftbefehl wegen Mordes zu beantragen. Nach seiner Rückkehr nach Las Vegas sei ihm von der Staatsanwaltschaft jedoch signalisiert worden, vorerst nichts zu unternehmen, während der Fall geprüft werde. Der Detective betonte, aus seiner damaligen Sicht habe ausreichend hinreichender Tatverdacht bestanden, um eine Festnahme zu rechtfertigen.

Geständnis im Rahmen eines Immunitätsdeals

Der Zeuge schilderte zudem den Hintergrund eines vertraulichen Treffens im Jahr 2009 in einem Bundesbüro in Los Angeles. Davis habe sich damals wegen eines Drogenverfahrens einer möglichen langjährigen Haftstrafe gegenübergesehen und im Gegenzug für eine Kronzeugenregelung mit Bundesbehörden ausführlich zu seiner Rolle bei der Tat ausgesagt. Diese aufgezeichnete Erklärung wurde der Jury im Prozess vorgespielt. Nach Einschätzung des Ermittlers habe dieses Geständnis den lokalen Behörden ausreichend Handhabe für eine Festnahme gegeben – Davis sei zu jener Zeit jedoch durch die Vereinbarung mit den Bundesbehörden geschützt gewesen. Bei seiner Befragung habe Davis dieselben vier Männer benannt, die Ermittler bereits zuvor mit dem weißen Cadillac in Verbindung gebracht hatten, was aus Sicht der Anklage die Glaubwürdigkeit seiner späteren Angaben stützt.

Weitere Zeugen berichten von Beobachtungen in der Tatnacht

Zwei frühere Polizeibeamte, die in der Tatnacht 1996 zur Absicherung des Anwesens von Death-Row-Records-Mitgründer Suge Knight eingesetzt waren, sagten ebenfalls aus. Sie hatten das Grundstück im Auftrag der Behörden im Blick, da dort im Anschluss an einen Boxkampf von Mike Tyson im MGM Grand eine Feier erwartet wurde. Die Beamten berichteten, sie hätten einen hellen Cadillac beobachtet, der zum Anwesen fuhr und später wieder abfuhr – als Teil eines Konvois, in dem Knight den Wagen mit Shakur steuerte.

Vorgeschichte des Falls

Shakur wurde am 7. September 1996 in Las Vegas erschossen, als an einer roten Ampel ein weißer Cadillac neben dem BMW auftauchte, in dem er als Beifahrer saß. Er erlag sechs Tage später seinen Verletzungen. Knight, der Fahrer des Wagens, überlebte den Angriff. Jahrzehntelang blieb der Fall ungeklärt, bis öffentliche Interviews und ein 2019 veröffentlichtes Memoire von Davis erneute Ermittlungen anstießen. Darin sowie in späteren Aussagen soll Davis eingeräumt haben, die Tatwaffe besorgt zu haben, während sein mittlerweile verstorbener Neffe als Schütze gehandelt haben soll. Die Anklage wirft Davis vor, den Angriff aus Vergeltung organisiert zu haben; ihm droht bei einer Verurteilung wegen Mordes mit einer Schusswaffe lebenslange Haft.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Washington Times, CBS News, LA Mag, U.S. News & World Report, WINK News, Fox News

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