
Kevin Dooley, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
Ein Jahrzehnt nach ihrem düster grundierten und vielfach gelobten Werk „Prog Noir“ aus dem Jahr 2016 bringt das Trio Stick Men sein erstes komplett neues Studioalbum seit langer Zeit heraus. Die Band, bestehend aus dem Bassisten Tony Levin und dem Schlagzeuger Pat Mastelotto – beide ehemals Teil der Rhythmusgruppe von King Crimson – sowie dem Touch-Guitar-Spieler und Komponisten Markus Reuter, veröffentlicht das neue Album unter dem Titel „Let’s THRAK Again“. Der Name spielt bewusst auf das 1995 erschienene King-Crimson-Album „THRAK“ an, dessen Veröffentlichung sich in diesem Jahr zum 31. Mal jährt. Berichten zufolge geschieht die Hommage mit ausdrücklicher Billigung von King-Crimson-Gründer Robert Fripp.
Zwei Klangwelten aus einem Ursprung
Eine Besonderheit des neuen Werks liegt in seiner Veröffentlichungsform: Es erscheint gleichzeitig in zwei eigenständigen Abmischungen desselben Songmaterials. Für die als „Reel One“ bezeichnete Version zeichnet der Toningenieur Stefano Castagna verantwortlich, der unter anderem für seine Arbeit im Umfeld von Super Eurobeat sowie als Gründer des Ritmo & Blu Studios bekannt ist. Die zweite Fassung, „Reel Two“ genannt, stammt von Fabio Trentini, der neben seiner Tätigkeit als Produzent auch als Bassist der Bands H-Blockx und Guano Apes in Erscheinung getreten ist. Beide Versionen unterscheiden sich nicht nur klanglich und räumlich deutlich voneinander, sondern weisen zudem eine abweichende Reihenfolge der insgesamt zwölf Stücke sowie teils alternative Songpassagen auf.
Rund eine Stunde neues Songmaterial
Nach eigenen Angaben der Band handelt es sich bei dem knapp einstündigen Album nicht schlicht um eine Sammlung neuer Kompositionen, sondern um den Versuch, für das Songmaterial ein vollständig neues klangliches Vokabular zu entwickeln. Zu den Stücken zählen unter anderem die Titel „Like We Did Last Summer“, „Komodo“, „Bash Machine“, „Brutal“, „Dark Birthday“ sowie „Fandango“. Als erste Singleauskopplung wurde der Song „Swimming in Tea“ veröffentlicht, der als einziges Stück des Albums einen Gesangspart enthält. Reuter selbst übernimmt hier den Leadgesang, bevor der Song in ein für Levin charakteristisches Solo auf dem Chapman Stick übergeht.
Instrumentales Zusammenspiel als Markenzeichen
Klanglich setzt das Trio weiterhin auf sein bewährtes instrumentales Zusammenspiel. Levin greift erneut zu seinem markanten Chapman Stick, während Reuter die achtsaitige Touch Guitar bedient. Mastelotto steuert dazu ein hybrides Schlagzeugkonzept bei, das akustische und elektronische Percussion-Elemente miteinander verbindet. Die drei Musiker gelten seit Jahren als stilprägend für die sogenannte Touchstyle-Spieltechnik und haben sich mit ihren früheren Alben, darunter „Soup“, „Open“, „Deep“ und „Umeda“, als feste Größe innerhalb der internationalen Progressive-Rock-Szene etabliert.
Veröffentlichung und Vertriebsformen
Der weltweite Verkaufsstart über alle gängigen Plattformen hinweg sowie in den Formaten CD, Vinyl und Kassette ist für den 4. September 2026 angesetzt. Vorab war eine limitierte Einzeldisc-Fassung exklusiv als Merchandise-Artikel im Rahmen der europäischen Sommertournee des Projekts BEAT erhältlich, an dem neben Levin auch Adrian Belew, Steve Vai und Danny Carey beteiligt sind. Parallel zum internationalen Verkaufsstart ist zudem eine umfangreiche Sammlerbox angekündigt, die beide Abmischungen auf CD und Vinyl, eine Blu-ray-Disc mit Dolby-Atmos-Abmischungen sowie mehrere Livemitschnitte aus dem laufenden Jahr enthalten soll.
Tourtermine in Nordamerika
Passend zum Erscheinen des Albums startet die Band im September eine Tournee durch die USA und Kanada. Bislang bekannte Stationen sind Austin (8. September), Vancouver (13. September), Seattle (14. September), Portland (15. September), Eugene (16. September), Petaluma (21. September), Escondido (27. September), Phoenix (29. September) sowie Tucson (30. September).
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Bandcamp, mxdwn Music, Custom Made Music Mag, Stick Men Band, Songkick, Album of the Year, New Prog Releases
