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The Who Philadelphia PA Oct. 26, 2008 Zak Starkey, drummer for the Who
Kubacheck, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Was noch vor rund eineinhalb Jahren wie ein endgültiger Bruch wirkte, entwickelt sich derzeit zu einer der überraschendsten Wendungen der jüngeren Rockgeschichte. The Who und ihr langjähriger Schlagzeuger Zak Starkey scheinen ihren erbitterten Streit beigelegt zu haben und könnten künftig wieder gemeinsam auf der Bühne stehen.

Der Ursprung des Zerwürfnisses

Der Konflikt nahm im Frühjahr 2025 seinen Anfang. Nach einem Benefizkonzert für den Teenage Cancer Trust in der Londoner Royal Albert Hall, bei dem ein selten gespielter Titel aus dem Album „Who’s Next“ technische Schwierigkeiten aufwies, wurde Starkey zunächst aus der Band geworfen, kurz darauf wieder aufgenommen und schließlich ein weiteres Mal entlassen. Beide Seiten schoben sich in der Folge öffentlich die Schuld an dem missglückten Auftritt zu. Starkey wies die Vorwürfe in mehreren Interviews deutlich zurück und bezeichnete die Darstellung der Band als unzutreffend. Für die anschließende Nordamerika-Tournee der Gruppe übernahm daraufhin ein anderer Musiker, der zuvor bereits mit Sänger Roger Daltreys Solo-Band zusammengearbeitet hatte, den Platz am Schlagzeug.

Öffentlicher Schlagabtausch

In den Monaten nach der endgültigen Trennung tauschten Starkey und die Band mehrfach über die Medien Spitzen aus. Der Schlagzeuger sprach offen über die aus seiner Sicht unklaren Umstände seiner Entlassung und beschrieb die Situation als chaotisch und wenig nachvollziehbar. Zugleich betonte er wiederholt, dass er trotz allem nie den persönlichen Kontakt zu Daltrey und Gitarrist Pete Townshend abgebrochen habe und weiterhin von der Band als „wir“ spreche.

Gemeinsame Proben als Signal der Annäherung

Die überraschende Wendung kam Ende August, als Daltrey während eines Solo-Auftritts in Las Vegas vor Publikum bekanntgab, dass kürzlich gemeinsame Proben mit Starkey stattgefunden hätten. Er sprach davon, dass es dabei musikalisch bemerkenswert gut geklungen habe. Starkey selbst bestätigte die Zusammenkunft in den sozialen Medien und beschrieb die Probe als ungewöhnlich intensiv, verglichen mit den eher entspannten gemeinsamen Terminen früherer Jahre. Vertreter beider Seiten bestätigten gegenüber Medien, dass die Angaben zutreffend seien.

Hintergrund der Proben sind offenbar Überlegungen zu einem möglichen europäischen Abschnitt der laufenden Abschiedstournee der Band, die unter dem Titel „The Song Is Over“ firmiert. Wie konkret diese Pläne bereits sind und ob es tatsächlich zu neuen gemeinsamen Auftritten kommt, ließen beide Seiten bislang offen. Daltrey äußerte sich in demselben Gespräch auch zu Spekulationen über einen möglichen Auftritt in einer großen, technisch aufwendig ausgestatteten Veranstaltungshalle in den USA und erteilte diesen Überlegungen eine Absage, da ihn ein solcher Auftrittsort persönlich wenig reize.

Eine ungewöhnliche Geschichte mit offenem Ausgang

Starkey war fast drei Jahrzehnte lang, von Mitte der 1990er-Jahre bis zum Beginn der aktuellen Abschiedstournee, festes Mitglied von The Who und galt in dieser Zeit als einer der prägenden Schlagzeuger der Band. Die aktuelle Entwicklung fügt der ohnehin turbulenten Geschichte der vergangenen anderthalb Jahre ein weiteres unerwartetes Kapitel hinzu. Ob aus den gemeinsamen Proben tatsächlich reale Bühnenauftritte werden, bleibt vorerst Spekulation. Fest steht bislang nur, dass beide Seiten den Kontakt wieder aufgenommen haben und offenbar bereit sind, die Differenzen der Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Variety, SPIN, Exclaim!, Wikipedia

 

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