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The Cure auf dem Southside Festival 2019
Mr. Rossi, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Ein einzelner Satz auf Instagram genügte, um bei den Anhängern von The Cure für einige angespannte Stunden zu sorgen. Auslöser war ein Kommentar von David M. Allen, der über Jahre als Produzent eng mit der Band zusammengearbeitet hat und sie derzeit auf ihrer aktuellen Festivaltournee begleitet. Von der Bühnenkante aus teilt er regelmäßig Fotos und Eindrücke, garniert mit persönlichen Kommentaren – diesmal jedoch mit Zeilen, die deutlich melancholischer klangen als gewohnt.

Ein Satz mit Zündstoff

Allen schrieb sinngemäß, er bedauere, nicht bei einem bevorstehenden Cure-Auftritt in der Nähe von Paris dabei sein zu können, und beschrieb dabei ein Gefühl von Wehmut, wie man es empfindet, wenn etwas zum letzten Mal geschehen könnte. Für sich genommen ein sehr persönlicher, fast beiläufiger Gedanke – doch angesichts seiner engen Verbindung zur Band und seiner Nähe zu Frontmann Robert Smith reichte diese Formulierung aus, um bei aufmerksamen Followern die Alarmglocken schrillen zu lassen.

Spekulationen nehmen Fahrt auf

Schnell verbreitete sich unter Fans die Deutung, Allen könnte über internes Wissen verfügen und andeuten wollen, dass sich The Cure nach dem Ende der laufenden Sommertour auflösen könnten. In den sozialen Netzwerken wurde der Kommentar entsprechend diskutiert und weitergereicht, begleitet von der bangen Frage, ob die Karriere einer der einflussreichsten Bands des Post-Punk und Gothic Rock tatsächlich vor ihrem Ende stehen könnte.

Die Klarstellung folgt prompt

Die Aufregung hielt allerdings nicht lange an. In einem weiteren Beitrag, diesmal auf Facebook, stellte Allen klar, dass er über keinerlei Insiderwissen zur Zukunft der Band verfüge. Stattdessen verwies er in unverblümter Offenheit auf sein eigenes Alter von 73 Jahren und scherzte, man solle sich einfach die statistischen Sterbetafeln der Rock-and-Roll-Generation ansehen. Damit rückte er die eigentliche Bedeutung seines ursprünglichen Kommentars zurecht: Nicht die Band, sondern er selbst könnte den Auftritt in Paris eines Tages als letzte Gelegenheit betrachtet haben, The Cure live zu erleben. Eine nachvollziehbare, sehr menschliche Reflexion über die eigene Endlichkeit – keine verschlüsselte Ankündigung eines Bandendes.

Wer ist David M. Allen?

Der 1953 in Twickenham geborene Brite zählt zu den prägenden Produzenten der New-Wave- und Gothic-Rock-Ära. Seine Laufbahn begann in den frühen Achtzigern in den Genetic Studios, wo er unter anderem mit The Human League, The Associates und Altered Images zusammenarbeitete. Ab Mitte der Achtziger etablierte er sich als gefragter Produzent in eigener Sache und betreute zwischen 1984 und 1992 nahezu sämtliche Alben von The Cure, darunter „The Head On The Door“, „Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me“, „Disintegration“ und „Wish“. Auch mit The Sisters of Mercy, The Chameleons und zahlreichen weiteren Bands des Genres hat er gearbeitet. Bis heute ist er als Musiker und Produzent aktiv und veröffentlichte zuletzt ein eigenes Album.

Frankreich als besonderer Bezugspunkt

Nicht zufällig war es ausgerechnet ein Konzert in der Nähe von Paris, das den Anlass für Allens Kommentar bildete. Frankreich gilt seit jeher als eines der Länder mit der treuesten Cure-Fangemeinde Europas. Legendär sind bis heute die Pariser Konzerte von 1992, die letzten Auftritte mit Schlagzeuger Boris Williams, die später auf dem Livealbum „Paris“ veröffentlicht wurden. Auch der mehr als vierzig Jahre zurückliegende Auftritt in Orange, von Regisseur Tim Pope im Konzertfilm „The Cure in Orange“ festgehalten, gehört zu den prägenden Kapiteln dieser besonderen Beziehung zwischen Band und Publikum.

Einordnung: Mehr Selbstreflexion als Warnsignal

Am Ende bleibt festzuhalten, dass der Wirbel um Allens Worte weniger über die Zukunft von The Cure aussagt als über den Produzenten selbst. Sein ursprünglicher Kommentar war Ausdruck persönlicher Wehmut angesichts des eigenen Alters und der eigenen Vergänglichkeit – nicht ein verstecktes Signal zum Ende einer Bandgeschichte, die seit fast fünf Jahrzehnten andauert. Für die Fans dürfte die Episode dennoch ein Erinnerungsposten bleiben, wie schnell ein einzelner, mehrdeutig formulierter Satz im Netz eine Eigendynamik entwickeln kann.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone Deutschland, Wikipedia, Electronic Sound

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