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The Warning post-show at the 2022 Sound of Music Festival in Burling, ON. From left: Alejandra Villarreal, Paulina Villareal, Daniela Villareal
Tabercil, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Kaum eine Band hat die Rockszene der letzten zehn Jahre so aufgemischt wie The Warning. Die Geschwister Daniela, Paulina und Alejandra Villarreal Vélez, alle noch zwischen Anfang und Mitte zwanzig, haben sich von einer Nachwuchsformation aus dem mexikanischen Monterrey zu einer international gefeierten Live-Band entwickelt. Mit ihrem fünften Studioalbum „Everything’s Falling“ untermauern sie nun erneut ihren Anspruch, zu den prägendsten Kräften des modernen Rock zu gehören.

Von Monterrey auf die großen Bühnen der Welt

Gegründet wurde die Band bereits 2013, als die drei Schwestern noch Kinder waren. Was als familiäres Musikprojekt begann, wuchs über frühe Eigenveröffentlichungen zu einer international beachteten Karriere heran. Den endgültigen Durchbruch schaffte das Trio mit dem Album „ERROR“ im Jahr 2022, gefolgt vom Nachfolger „Keep Me Fed“ 2024, der die Streamingzahlen der Band auf über 710 Millionen katapultierte und ihnen eine Nominierung für den Latin Grammy in der Kategorie Bester Rocksong für den Titel „Qué Más Quieres“ einbrachte. Auch bei den MTV VMAs und den MTV EMAs wurde die Band in dieser Zeit berücksichtigt.

Live hat sich das Trio inzwischen einen Ruf erspielt, der weit über die eigene Fanbasis hinausreicht. Die Band teilte sich bereits Bühnen mit Acts wie Foo Fighters, Muse, Halestorm, Sammy Hagar, Three Days Grace, Evanescence, Halsey und zuletzt Yungblud, dessen IDOLS World Tour The Warning im laufenden Jahr begleitete. Ein besonderer Höhepunkt war 2025 ein ausverkauftes Konzert vor rund 30.000 Zuschauern im Auditorio Nacional in Mexiko-Stadt, das als Livealbum und Konzertfilm unter dem Titel „Live From Auditorio Nacional, CDMX“ veröffentlicht und in Kinos der Ketten AMC und Cinépolis gezeigt wurde.

Eine bewusste Auszeit für das neue Album

Für ihr fünftes Studioalbum entschieden sich die drei Musikerinnen zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie legten 2025 eine Tourpause ein, um sich voll und ganz auf das Songwriting zu konzentrieren. Aufgenommen wurde das Album, wie schon der Vorgänger, in der Heimatstadt Monterrey, erneut gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten und Co-Autor Anton DeLost. Nach eigener Beschreibung der Band sei das Ergebnis ihr bislang fokussiertestes und persönlichstes Werk.

Inhaltlich beschreiben die Schwestern das Album als eine Momentaufnahme ihres aktuellen Lebensabschnitts. Es gehe darum zu akzeptieren, dass das Leben chaotisch und unvorhersehbar sein könne, dass Pläne scheitern und man mitunter den Halt verliere – gerade solche Phasen könnten aber die wertvollsten Lektionen bereithalten und einen am Ende stärker machen.

Zwischen Alternative-Nation-Anleihen und spanischsprachigem Groove

Musikalisch zeigt sich „Everything’s Falling“ nach übereinstimmender Einschätzung mehrerer Musikmedien als bislang vielseitigstes Werk der Band. Der Song „Ritual“ eröffnet das Album mit dramatischen Polyrhythmen und beklemmenden Harmonien und behandelt existenzielle Ängste. „Kerosene“ wird verschiedentlich in die Nähe der großen weiblichen Rockacts der Neunziger gerückt und bewegt sich klanglich zwischen den US-Bands L7 und The Breeders. Mit „Ego“ wagt sich die Band an eine kantige, tanzbare Nummer, die auch auf Spanisch gesungen wird. Der bassgetriebene Song „Bloodsport“ sowie „Waste Your Time on Me“ rücken das Spiel von Bassistin Alejandra in den Vordergrund, während der Titel „Perfect Daughter“ von Sängerin Daniela als Abrechnung mit einer missbräuchlichen Person beschrieben wird. Die Vorabsingle „Bite My Tongue“ liefert dazu eine bissige, energiegeladene Ergänzung.

Insgesamt umfasst das am 28. August 2026 über Republic Records beziehungsweise Island EMI veröffentlichte Album zwölf Titel mit einer Gesamtspielzeit von rund 39 Minuten.

Durchwachsenes, aber überwiegend positives Echo

Die bisherigen Kritiken zum Album fallen gemischt, in der Tendenz aber wohlwollend aus. Mehrere Rezensionen loben die Geschlossenheit des Albums sowie Gesang und Instrumentierung, sehen die beiden frühen Singles „Ego“ und „Kerosene“ jedoch als etwas aus dem Rahmen fallend gegenüber dem restlichen Material. Eine Kritikerin des Musikmagazins The Spill vergab vier von fünf möglichen Sternen. Andere Stimmen aus der Fanszene äußerten sich kritischer zur Produktion und bemängelten einen aus ihrer Sicht übermäßigen Einsatz von Stimmeffekten, lobten aber gleichzeitig weiterhin die gesanglichen Fähigkeiten der drei Schwestern. Ein weiterer Rezensent beschrieb das Album als thematische Auseinandersetzung mit dem Gefühl, kurz vor dem Aufgeben zu stehen, dabei aber genügend Kraft und Sturheit zu besitzen, um immer wieder aufzustehen und es erneut zu versuchen.

Tourdaten

Rund um die Albumveröffentlichung setzt The Warning ihre intensive Livetätigkeit fort. Für Anfang September sind mehrere, bereits ausverkaufte Auftritte im Fonda Theatre in Los Angeles angesetzt, gefolgt von einem Auftritt beim Louder Than Life Festival in Louisville sowie einem Termin auf der New Mexico State Fair in Albuquerque. Im Laufe des Jahres 2026 führten die Auftritte der Band bereits durch Nordamerika, Lateinamerika, Europa und Asien, unter anderem im Rahmen der Support-Slots für Yungblud sowie bei zahlreichen internationalen Festivals.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Wikipedia, Apple Music, Rock’N’Load Mag, Revolver Magazine, Album of the Year, The Soundboard, Morecore.de, Songkick

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