
Drew de F Fawkes, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
Die britische Sängerin Ellie Goulding hat rechtliche Schritte gegen ihre früheren Manager Ben Mawson und Ed Millett von TaP Management eingeleitet. Am 24. Juli reichte sie in Großbritannien Klage wegen mutmaßlicher Verletzung der Treuepflicht ein. Neben den beiden Managern wird auch die Muttergesellschaft der Agentur, HNOE Limited, als Beklagte geführt. Goulding war von 2018 bis 2025 Klientin von TaP Management und zahlte in dieser Zeit nach eigenen Angaben eine Provision von 20 Prozent ihrer Einnahmen an die Agentur.
Vorwurf der verschwiegenen Beteiligung
Im Zentrum der Klage steht der Vorwurf, TaP Management habe ihr verschwiegen, dass der Konzertveranstalter Live Nation über die Holding HNOE maßgeblich an der Agentur beteiligt war. Live Nation erwarb 2015 zunächst einen Mehrheitsanteil von 50,1 Prozent an HNOE und übernahm das Unternehmen 2019 vollständig. Mawson übernahm im Zuge dieser Übernahme die Rolle des Geschäftsführers von HNOE. Goulding erklärt, sie sei während der gesamten Zusammenarbeit nicht darüber informiert worden, dass ihre Manager faktisch auch Angestellte des Konzertkonzerns waren.
Gedrängt zu Geschäften mit Live Nation
Der Klageschrift zufolge sollen Mawson und Millett die Sängerin wiederholt dazu angehalten haben, geschäftliche Vereinbarungen mit Unternehmen aus dem Live-Nation-Firmenverbund einzugehen. Betroffen gewesen seien unter anderem Tourneen, Merchandising sowie ein Dokumentarfilmprojekt. Goulding argumentiert, ihre Manager seien vertraglich sogar dazu verpflichtet gewesen, keinen ihrer Künstler dazu zu ermutigen, die Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmen der Live-Nation-Gruppe zu beenden oder einzuschränken.
Interessenkonflikt als Kern des Vorwurfs
Nach Darstellung der Klage hätten Mawson und Millett damit ein persönliches Interesse an Geschäften zwischen Goulding und Unternehmen der Live-Nation-Gruppe gehabt, das im Widerspruch zu ihrer Pflicht gestanden habe, für die Sängerin die jeweils besten kommerziellen Konditionen auszuhandeln – unabhängig davon, mit welchem Veranstalter, Merchandising-Partner oder sonstigen Geschäftspartner dies möglich gewesen wäre. Goulding vermutet demnach, dass sie mit einem unabhängigen, nicht mit Live Nation verbundenen Anbieter unter Umständen bessere Konditionen hätte erzielen können.
Schadensersatz in unbekannter Höhe gefordert
Goulding fordert im Rahmen der Klage einen angemessenen finanziellen Ausgleich beziehungsweise Schadensersatz für die mutmaßliche Pflichtverletzung. Zur konkreten Höhe der geforderten Summe liegen bislang keine Angaben vor. Weder Vertreter der Sängerin noch von TaP Management äußerten sich zunächst auf entsprechende Anfragen. Live Nation selbst ist in dem Verfahren nicht als Beklagter benannt und wird auch keines Fehlverhaltens beschuldigt; ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab.
Trennung Ende 2025 und neue berufliche Weichenstellung
Bereits im Dezember 2025 hatten sich die Wege von Goulding und TaP Management getrennt, wobei beide Seiten zu diesem Zeitpunkt unterschiedliche Darstellungen zu den Gründen der Trennung öffentlich machten. Im Juni des laufenden Jahres unterzeichnete Goulding einen neuen Vertrag mit der Agentur WME für den Bereich Touring. Zudem steht ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „I Know Too Much“ für September zur Veröffentlichung an.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Billboard, The Hollywood Reporter, Rolling Stone, Variety, Music Business Worldwide, NewsNation
