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Rose Tattoo during Wacken Open Air at The Holy Wacken Land, Wacken, Schleswig-Holstein, Germany on 2022-08-04, Photo: Sven Mandel
Sven Mandel, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Ein Schock für die Rock-Welt: Gary „Angry“ Anderson, die unverkennbare Stimme der australischen Hardrock-Institution Rose Tattoo, liegt nach einem Herzstillstand im Krankenhaus. Die Nachricht erreichte die Öffentlichkeit ausgerechnet inmitten der als endgültige Verabschiedung angekündigten Bandgeschichte und wirft nun ernste Fragen darüber auf, ob die fast fünfzig Jahre währende Karriere der Gruppe überhaupt noch wie geplant zu Ende gebracht werden kann.

Ein Rückschlag mit Ansage

Bereits Anfang August hatte die Band ihre europäische Sommertournee 2026 vorzeitig abgebrochen. Als Begründung wurde damals lediglich ein gesundheitliches Problem des inzwischen 79-jährigen Sängers genannt, ohne genauere Details preiszugeben. Neun Konzerte, darunter mehrere Termine in Deutschland, fielen der Absage zum Opfer. Betroffene Fans konnten ihre Tickets an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgeben, eine Nachholung der ausgefallenen Shows wurde bislang nicht in Aussicht gestellt.

Die Tragweite dieser Entwicklung wiegt besonders schwer, weil es sich keineswegs um eine gewöhnliche Konzertreise handelte. Rose Tattoo hatte den Europa-Abschnitt ausdrücklich als letzte gemeinsame Tour durch den Kontinent beworben und damit ein halbes Jahrhundert Bandgeschichte symbolisch abgeschlossen.

Die Diagnose wird bekannt

Rund drei Wochen nach dem abrupten Tourabbruch meldete sich die Band erneut zu Wort und lieferte nun konkrete Informationen zum Zustand ihres Frontmanns. Anderson habe einen Herzstillstand erlitten und befinde sich in ärztlicher Behandlung. Die Musiker bedankten sich in ihrer Mitteilung ausdrücklich für die zahlreichen Genesungswünsche und Unterstützungsbekundungen, die sie in den vergangenen Wochen von Fans weltweit erhalten hätten. Gleichzeitig bat die Band eindringlich darum, die Privatsphäre von Anderson und seiner Familie zu respektieren, damit sich diese vollständig auf Behandlung und Erholung konzentrieren könnten.

Eine Sprecherin der Band betonte, wie sehr die Anteilnahme der Fangemeinde geschätzt werde und dass die guten Wünsche dem Sänger und seinen Angehörigen mehr bedeuteten, als sich in Worte fassen lasse.

Ungewisse Zukunft der Abschiedsshows

Nach dem Ende des europäischen Tourabschnitts standen für September ursprünglich noch Abschiedskonzerte in Australien auf dem Programm, unter anderem in Melbourne, Sydney, Perth, Adelaide und Brisbane. Angekündigt worden war für diese Auftritte auch die Rückkehr des früheren Gitarristen Rob Riley, der gemeinsam mit Anderson sowie den langjährigen Bandmitgliedern Paul DeMarco, Steve King und Mick Arnold die Bühne betreten sollte, um das Erbe der Gruppe zu feiern.

Ob diese Shows angesichts von Andersons gesundheitlicher Verfassung tatsächlich stattfinden können, ist derzeit offen. Eine offizielle Entscheidung der Band dazu steht bislang aus. Damit steht ausgerechnet der letzte Tourabschnitt einer Band, die in ihrer langen Geschichte bereits zahlreiche Rückschläge und Besetzungswechsel überstanden hat, auf der Kippe.

Eine Band voller Verluste und Beständigkeit

Rose Tattoo wurde Mitte der Siebzigerjahre in Sydney gegründet und zählt seither zu den prägendsten Exporten der australischen Rockmusik. Songs wie „Bad Boy For Love“, „Rock ’n’ Roll Outlaw“ und „Nice Boys“ gelten längst als Klassiker des Genres und beeinflussten Generationen nachfolgender Musiker. Anderson ist seit der Gründung 1976 die einzige durchgehende Konstante der Band und prägt mit seiner unverkennbaren Stimme das Bild der Gruppe bis heute.

Die Geschichte von Rose Tattoo ist zugleich von schweren Verlusten gezeichnet. Gleich mehrere frühere Mitglieder, darunter Gründungsgitarrist Peter Wells sowie die einstigen Bandkollegen Dallas Royall, Ian Rilen, Mick Cocks und Lobby Loyde, sind in den vergangenen Jahren verstorben. Dass die Band dennoch bis heute aktiv geblieben ist und sich zu einer weltumspannenden Abschiedstour entschlossen hatte, unterstreicht die außergewöhnliche Beharrlichkeit der verbliebenen Mitglieder.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Metal Hammer, Blabbermouth, Parade, Rockcelebrities, Metalanarchy, Metal Riffcrusher, t-online, Metal1.info, Rolling Stone, Rose Tattoo offizielle Website, Arrow Lords of Metal

 

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