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Amoreiras
r2hox from Madrid, Spain, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

Ein Geschworenengremium in Las Vegas hat am Montag ein Urteil gefällt, das eine der bekanntesten ungeklärten Gewalttaten der Musikgeschichte betrifft. Duane Davis, bekannt unter dem Spitznamen „Keffe D“, wurde des Mordes ersten Grades unter Einsatz einer Schusswaffe schuldig gesprochen. Die Tat betrifft die Erschießung des Rappers Tupac Shakur im September 1996. Die Jury benötigte für ihre Entscheidung nach einem mehrwöchigen Prozess nur rund drei Stunden Beratungszeit.

Der Tathergang von 1996

Shakur hielt sich damals in Las Vegas auf, um einen Boxkampf zwischen Mike Tyson und Bruce Seldon zu verfolgen. Am Abend des 7. September 1996 wartete der Musiker in einem Fahrzeug an einer roten Ampel, als ein weißes Cadillac-Fahrzeug neben ihm hielt und Schüsse abgegeben wurden. Shakur erlag sechs Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der damals ebenfalls im Wagen sitzende Musikmanager Marion „Suge“ Knight wurde bei dem Vorfall verletzt, überlebte jedoch. Jahrzehntelang blieb der Fall offiziell ungeklärt, obwohl der nun verurteilte Davis wiederholt öffentlich über seine Rolle gesprochen hatte, unter anderem in Interviews und in einem 2019 erschienenen Erinnerungsbuch.

Anklage und Prozessverlauf

Die Staatsanwaltschaft stellte Davis als einflussreiche Führungsfigur einer Straßengang dar, der die Tat als Vergeltung für einen vorangegangenen Übergriff auf seinen Neffen angeordnet haben soll. Ihm selbst wird nicht vorgeworfen, den tödlichen Schuss abgegeben zu haben, sondern die Aktion organisiert zu haben. Ein zusätzlich angeklagter Zusatztatbestand im Zusammenhang mit organisierter Bandenkriminalität wurde von der Anklage im Verlauf des Verfahrens aus logistischen Gründen zurückgezogen. Im Zentrum der Beweisführung standen vor allem frühere Aussagen des Angeklagten selbst gegenüber Ermittlungsbehörden sowie öffentliche Äußerungen, die von der Verteidigung im Prozess als unglaubwürdig dargestellt wurden. Ein aus zehn Frauen und sechs Männern bestehendes Geschworenengremium hörte im Laufe des Verfahrens rund zwei Dutzend Zeugen der Anklage sowie drei Zeugen der Verteidigung an.

Reaktionen und weiterer Ablauf

Nach der Urteilsverkündung zeigten sich Angehörige Shakurs sichtlich bewegt. Seine Schwester wurde den Berichten zufolge unter Tränen von Vertretern der Staatsanwaltschaft in den Arm genommen. Die Familie äußerte sich zunächst zurückhaltend zu dem Urteil und kündigte an, weitere Stellungnahmen bis zur Verkündung des Strafmaßes zurückzuhalten. Diese ist für den 13. Oktober angesetzt. Dem heute 63-jährigen Verurteilten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Der Prozess fand nur wenige Kilometer von jener Klinik entfernt statt, in der Shakur seinerzeit seinen Verletzungen erlag.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Las Vegas Review-Journal, NPR, NBC Los Angeles, CNN

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