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Alphaville Õllesummeril 2012
Ren Hekkonens, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Streit um den geplatzten Auftritt von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring hat eine überraschende Wendung genommen. Obwohl sich Veranstalter Markus Krampe inzwischen öffentlich für sein Vorgehen entschuldigt und die Band erneut eingeladen hat, bleibt Alphaville der Veranstaltung fern. Für die Musiker um Sänger Marian Gold ist das Vertrauen offenbar nachhaltig beschädigt.

Die ursprüngliche Absage sorgte für Empörung

Ausgangspunkt der Kontroverse war die kurzfristige Streichung des für Freitag angesetzten Alphaville-Auftritts. Die Festivalorganisation hatte zuvor erklärt, man habe sich mit der Band nicht darauf verständigen können, auf politische Statements während der Show zu verzichten. Aus dem Umfeld der Band hieß es, es sei konkret um Positionierungen gegen rechtsextreme Tendenzen und für demokratische Werte gegangen. Marian Gold machte die Ausladung öffentlich und sprach in einem Social-Media-Beitrag von einer Art Redeverbot für die Bühne. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Zahlreiche Kulturschaffende und auch Politiker äußerten sich kritisch zu der Entscheidung des Veranstalters.

Krampe rudert zurück und entschuldigt sich

Nachdem der Unmut in den sozialen Netzwerken immer lauter geworden war, änderte Mitveranstalter Markus Krampe seinen Kurs. Zunächst hatte er gegenüber einer Boulevardzeitung noch betont, man lasse sich nicht in eine politische Ecke drängen und werde sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Wenig später folgte jedoch die Kehrtwende: Krampe räumte ein, dass die Art und Weise, wie gehandelt worden sei, tatsächlich ein Fehler gewesen sei, und bat um Entschuldigung. Die Meinungsfreiheit bezeichnete er als das höchste Gut in Deutschland, das es zu schützen gelte. In der Folge sprach er eine erneute Einladung an die Band aus und betonte, dies sei keine Geste des Nachgebens, sondern eine bewusste Entscheidung für das, was Festival und Musik verbinde.

Alphaville zieht dennoch einen Schlussstrich

Trotz der öffentlichen Reue des Veranstalters entschied sich die Band gegen einen Auftritt. Über die Nachrichtenagentur dpa ließ Marian Gold mitteilen, man nehme die Entschuldigung sowie die erneute Einladung zur Kenntnis und hoffe, dass der Veranstalter künftig die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim Festival angemessen respektiere. Die vorangegangenen Aussagen hätten jedoch eine Atmosphäre geschaffen, in der die Band von einem Auftritt absehe. Bemerkenswert: Die vereinbarte Gage für die ausgefallene Show soll nach Angaben der Band an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden – ein versöhnliches Signal trotz der klaren Absage.

Prominente Unterstützung für die Band

Auch aus der Musikszene erhielt Alphaville Rückendeckung. Toten-Hosen-Frontmann Campino äußerte sich bei einem eigenen Konzertauftritt kritisch zur ursprünglichen Ausladung und bezeichnete es als fragwürdig und absurd, eine Band auszuladen, die sich gegen rechtsextreme Strömungen positioniere und für demokratische Stabilität eintrete. Auch der ehemalige Fußballnationalspieler Lukas Podolski, der das Festival gemeinsam mit Krampe organisiert, hatte sich vor der endgültigen Absage von Alphaville positiv zur Kurskorrektur seines Mitveranstalters geäußert und die Band als herzlich willkommen bezeichnet.

Ein Lehrstück für die Veranstalterbranche

Der Vorfall wird in Kommentaren bereits als grundsätzliches Beispiel dafür gehandelt, wie brüchig das Vertrauen zwischen Künstlern und Festivalmachern werden kann, wenn politische Meinungsäußerungen im Vorfeld reglementiert werden sollen. Beobachter merken an, dass eine nachträgliche Entschuldigung zwar grundsätzlich anzuerkennen sei, eine einmal entstandene Vertrauenslücke sich damit aber nicht automatisch schließen lasse. Für die Veranstalterszene insgesamt gilt der Fall als Warnsignal: Wer Künstler auf die Bühne holt, sollte ihnen nicht nachträglich vorschreiben wollen, welche Themen dort erlaubt sind.

Kommende Termine der Band

Alphaville bleibt trotz der Auseinandersetzung musikalisch aktiv. Für den 4. Dezember 2026 ist ein Auftritt der Band in Monheim am Rhein angekündigt.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Tagesspiegel, Rheinpfalz, Echo24, André Braselmann, Livegigs

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