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When We Were Young Festival @ The Observatory 04/08/17-04/09/17

Caitlin Ison, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Fall um den früheren Turnstile-Gitarristen Brady Ebert nimmt eine ungewöhnliche Wendung. Der 33-Jährige muss sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten, nachdem er im März diesen Jahres den Vater von Turnstile-Sänger Brendan Yates mit einem Auto angefahren haben soll. Was den Fall zusätzlich kompliziert macht: Ebert widersetzt sich einer psychiatrischen Begutachtung seiner Verhandlungsfähigkeit, obwohl genau diese von seinem eigenen Pflichtverteidiger angeregt wurde.

Vorfall und Anklage

Der Auseinandersetzung ging demnach ein Streit zwei Tage vor der eigentlichen Tat voraus. Am 31. März wurde Ebert festgenommen, im Mai folgte die formelle Anklage. Die Vorwürfe wurden inzwischen verschärft und lauten nun auf versuchten Mord ersten und zweiten Grades sowie auf schwere und einfache Körperverletzung. Bei einer Verurteilung drohe dem Musiker eine lebenslange Haftstrafe.

Zweifel an der Verhandlungsfähigkeit

Bei einer Anhörung vor dem Bezirksgericht in Montgomery County äußerte Eberts Pflichtverteidiger Mark Sobel erhebliche Bedenken. Er befürchte, sein Mandant könne weder die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in vollem Umfang erfassen noch angemessen an seiner eigenen Verteidigung mitwirken. Der zuständige Richter Eric Johnson ordnete daraufhin an, dass sich Ebert einer entsprechenden Begutachtung seiner geistigen Verfassung unterziehen muss, bevor der eigentliche Prozess beginnen kann.

Eberts Widerstand gegen die eigene Verteidigung

Ebert selbst wies die Einschätzung seines Anwalts entschieden zurück. Er bezeichnete sich als vollkommen verhandlungsfähig und behauptete, der komplette Polizeibericht bestehe aus Unwahrheiten. Zudem äußerte er den Verdacht, sein eigener Verteidiger arbeite in Wirklichkeit mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Auch gegenüber einem früheren Anwalt erhob er unbelegte Vorwürfe, dieser könnte bestechlich gewesen sein. Selbst als der Richter ihm versicherte, mit Sobel einen kompetenten Verteidiger an seiner Seite zu haben, widersprach Ebert und kündigte an, ihn entlassen zu wollen.

Ankündigung rechtlicher Schritte

Der Musiker erklärte darüber hinaus, er wolle rechtlich gegen die beteiligten Polizeibeamten, Staatsanwälte und sogar gegen die Verteidiger in seinem eigenen Verfahren vorgehen. Er bestritt vehement, überhaupt eine Straftat begangen zu haben, und forderte, das vorhandene Videomaterial müsse umgehend gesichtet werden, um seine Unschuld zu belegen. Der nächste Termin in dem Verfahren wurde auf den 22. September angesetzt.

Trennung von Turnstile und Vorgeschichte

Die Band Turnstile hatte sich bereits 2022 von Ebert getrennt. In einer damaligen Stellungnahme sprach die Gruppe von einem wiederkehrenden, schädlichen Verhaltensmuster, das ihn selbst, die Band und das gesamte Umfeld belastet habe. Man habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um ihm Unterstützung und Zugang zu Hilfsangeboten zu ermöglichen, sei jedoch an eine Grenze gestoßen, als eine konstruktive Kommunikation nicht mehr möglich gewesen sei und Ebert begonnen habe, mit Gewalt zu drohen. Die Band betonte zudem, dass sie sich bewusst dazu entschieden habe, die Umstände seines Ausstiegs über Jahre hinweg nicht öffentlich zu kommentieren, obwohl sich seine öffentlichen Tiraden fortgesetzt hätten. Man äußerte sich erleichtert darüber, dass das mutmaßliche Opfer den Vorfall überlebt und eine Operation erfolgreich überstanden habe.

Weitere musikalische Stationen

Nach seinem Ausstieg bei Turnstile war Ebert unter anderem bei den Formationen The S.E.T. und Experience aktiv. Von The S.E.T. wurde er im Februar dieses Jahres nach einem öffentlichen Beitrag in sozialen Netzwerken getrennt, in dem er seinen früheren Bandkollegen von Turnstile unter anderem vorgeworfen hatte, aus politischem Kalkül zu handeln und finanziell unsauber gewirtschaftet zu haben.

Autor: Franz Lemmler
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Quellen: Rolling Stone, Metal Hammer, Visions, The Baltimore Banner, NME, Consequence, Loudwire, Paste Magazine, Yahoo Entertainment

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