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Die Toten Hosen during Rock am Ring at Nürburgring, Nürburg, Rheinland-Pfalz, Germany on 2023-06-04, Photo: Sven Mandel

Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kurz nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich die Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen über ihren offiziellen Instagram-Kanal zu Wort gemeldet. Statt einer klassischen politischen Stellungnahme wählte die Gruppe eine ungewöhnliche Form: ein schlicht gehaltenes, schwarzes Bild mit weißer Schrift.

Genesungswünsche statt Wahlaufruf

Die Botschaft der Band war knapp gehalten und in der Form eines Genesungswunsches formuliert. Sinngemäß wünschten Die Toten Hosen dem Bundesland eine schnelle Erholung und unterschrieben mit einem persönlichen Gruß der Band. Eine ausdrückliche Wahlempfehlung oder eine ausführliche politische Analyse lieferte die Gruppe nicht mit. Dennoch war für viele Beobachter sofort klar, worauf sich der Beitrag bezog: auf das Ergebnis der Landtagswahl, das der Band offenkundig Sorge bereitet.

Deutlicher Rechtsruck als Hintergrund

Der Anlass für den Post ist der Ausgang der Wahl selbst. Nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen ging die AfD mit deutlichem Abstand als stärkste Kraft aus der Abstimmung hervor und kam auf einen Stimmenanteil von rund 43,8 Prozent, was ihr etwa 39 der insgesamt 83 Landtagssitze einbringt. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze musste dagegen historische Verluste hinnehmen und fuhr das bislang schwächste Ergebnis der Partei in Sachsen-Anhalt ein. Das Bündnis Sahra Wagenknecht zog erstmals mit rund 5,3 Prozent in den Landtag ein und signalisierte umgehend Bereitschaft, einen möglichen AfD-Ministerpräsidenten mitzutragen. Die FDP verpasste mit etwa 2,6 Prozent den Wiedereinzug klar. Angesichts dieser Ausgangslage steht dem Bundesland eine schwierige Regierungsbildung bevor, da keine der übrigen Parteien offiziell mit der AfD koalieren möchte.

Andere Künstler springen auf den Beitrag auf

Der Instagram-Post der Toten Hosen blieb nicht unkommentiert. Unter anderem meldete sich die Band Culcha Candela zu Wort und griff das Bild der „Genesung“ auf, indem sie sinngemäß von einer schweren Erkrankung sprach, die das Land offenbar erfasst habe, ergänzt um ein emotionales Emoji. Damit verschärfte die Berliner Gruppe die ursprüngliche Aussage der Toten Hosen noch einmal zusätzlich.

Reaktionen zwischen Zustimmung und Kritik

Der Beitrag sorgte binnen kürzester Zeit für ein großes Echo in den Kommentarspalten. Neben zahlreichen zustimmenden Reaktionen gab es auch kritische Stimmen von Nutzerinnen und Nutzern, die politische Äußerungen von Musikerinnen und Musikern grundsätzlich ablehnen und der Band vorwarfen, sich in Themen außerhalb ihrer eigentlichen Rolle als Künstler einzumischen.

Band mit langer politischer Tradition

Die Toten Hosen positionieren sich seit Jahrzehnten immer wieder gegen Rechtsextremismus und beziehen regelmäßig öffentlich Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland. Auch Frontmann Campino hat seine ablehnende Haltung gegenüber rechtsextremen Strömungen in der Vergangenheit wiederholt und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Der aktuelle Beitrag reiht sich damit in eine lange Liste ähnlicher Positionierungen der Band ein.

Aktuelle Tourdaten

Die Toten Hosen befinden sich derzeit mit ihrer Tournee „Trink aus! Wir müssen gehen“ auf großer Stadion- und Open-Air-Tour durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg. Ein Großteil der Termine ist bereits ausverkauft. Für den 9. September 2026 ist ein Konzert auf dem Volksfestplatz in Bayreuth angesetzt, das ebenfalls bereits ausverkauft ist. Für 2027 hat die Band bereits weitere Zusatztermine angekündigt, unter anderem in Mannheim, Graz, Leipzig, Braunschweig und Konstanz, für die nach aktuellem Stand teilweise noch Karten verfügbar sind.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rollingstone.de, SRF, Pressure Magazine

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