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Noel Gallagher

Sean Reynolds from Liverpool, United Kingdom, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Wiedersehen, das Venedig zum Beben brachte

Am Lido von Venedig erlebte das Publikum der Filmfestspiele einen jener seltenen Momente, in denen sich Popkultur und großes Kino unmittelbar berühren. Die neue Dokumentation über die Wiedervereinigung einer der bekanntesten britischen Bands der Neunzigerjahre feierte dort ihre Premiere – und wurde mit stehenden Ovationen bedacht, die sich über acht Minuten hinzogen. Für die beiden Brüder im Zentrum des Films war es der erste gemeinsame öffentliche Auftritt außerhalb einer Konzertbühne, seit sie ihre Band nach anderthalb Jahrzehnten der Funkstille wieder zum Leben erweckt hatten.

Tränen auf der einen, Siegerfaust auf der anderen Seite

Die Reaktionen der beiden Musiker auf den tosenden Applaus hätten unterschiedlicher kaum ausfallen können. Während der jüngere Bruder seine Hand triumphierend in die Höhe reckte und die Menge sichtlich genoss, wirkte der ältere sichtlich gerührt und wischte sich mehrfach über die Augen. Aufnahmen dieses Kontrasts verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken und wurden von Fans als Sinnbild für die emotionale Wucht der jahrelangen Entzweiung und der anschließenden Versöhnung gedeutet.

Der Müll auf dem Teppichboden

Inmitten des Trubels auf der Bühne fiel dem älteren der beiden Brüder offenbar ein Gegenstand auf dem Boden des Kinosaals auf. Nach kurzem Zögern und sichtlichem Nachdenken darüber, worum es sich handeln könnte, ging er zielstrebig darauf zu, hob das Objekt auf und kehrte damit zu seinem verdutzten Bruder zurück. Dieser erkundigte sich offenbar sofort, was es mit dem Fund auf sich habe, woraufhin ihm zu verstehen gegeben wurde, man wolle es schlicht schnell entsorgen. Die kleine, fast beiläufige Szene sorgte im Netz für ebenso viel Erheiterung wie Sympathie – ein Moment gelebter Bodenständigkeit inmitten einer der prestigeträchtigsten Bühnen des internationalen Filmgeschäfts.

Vor dem Saal: Fangesänge und ein Fußballwimpel

Bereits vor Beginn der Vorführung war die Stimmung rund um den Kinosaal aufgeheizt. Anhängerinnen und Anhänger versammelten sich mit Anfeuerungsrufen, und von einem Balkon wurde ein Wimpel des Fußballvereins geschwenkt, dem sich beide Brüder seit jeher verbunden fühlen. Während der Filmvorführung sollen mehrere Konzertausschnitte im Saal Szenenapplaus ausgelöst haben, und bei einer besonders bekannten Hymne der Band sangen offenbar zahlreiche Zuschauer sichtlich bewegt mit.

Ein Film ganz ohne Nachstellung

Die Dokumentation begleitet die beiden Musiker durch die Vorbereitung und Durchführung ihrer aufsehenerregenden Reunion-Konzertreihe des vergangenen Jahres. Verzichtet wird dabei bewusst auf jede Form der nachgestellten Spielszene: Es treten keine Schauspieler in ihre Rollen, keine rekonstruierten Streitszenen aus der Vergangenheit werden gezeigt. Stattdessen kommen die Brüder selbst zu Wort, unter anderem in einem gemeinsamen Interview, das nach eigenen Angaben ihr erstes seit über zwei Jahrzehnten war. Regie führten zwei Filmemacher, die zuvor bereits eine vielbeachtete Dokumentation über eine andere einflussreiche Band realisiert hatten, das Drehbuch stammt von einem britischen Autor, der vor allem durch eine bekannte Gangster-Serie bekannt wurde.

Rückzug vor der Pressekonferenz

Nach der emotionalen Vorführung stiegen die beiden Musiker offenbar spontan ins Publikum hinab, um Autogramme zu geben und für Fotos zu posieren, was den Kinosaal kurzzeitig in eine Art Menschentraube verwandelte. Die anschließende offizielle Pressekonferenz zum Film ließen sie hingegen aus – dort standen stattdessen der Drehbuchautor und die beiden Regisseure den anwesenden Medienvertretern Rede und Antwort.

Kritische Stimmen zeigen sich beeindruckt

Auch unter Kritikern stieß die Dokumentation überwiegend auf positive Resonanz. In einer Besprechung wurde sie als handwerklich äußerst gelungen und als emotional aufgeladenes, aber unaufgeregtes Porträt einer Band beschrieben, die für sehr viele Menschen sehr viel bedeutet – ganz ohne spektakuläre Enthüllungen, dafür mit umso größerer Wirkung im Detail.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone Deutschland, Musikexpress, NME, Variety, FanBolt, Newsy Today, Music Times

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Von Franz Lemmler

Franz Lemmler agiert als Autor, Redakteur und Webmaster dieser Website. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er Gründer und CEO von Xenopolias, dem Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex.

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