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Agnes Obel at Rough Trade East in London on 21 February 2020

Paul Hudson from United Kingdom, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Rückkehr auf die große Bühne

Ruhe und Zurückhaltung sind das Markenzeichen von Agnes Obel – und genau damit erreicht die in Berlin lebende dänische Musikerin seit Jahren ein Publikum, das sich nach leisen Tönen sehnt. Im Herbst 2027 bringt sie ihre neuen Lieder erneut auf deutsche Bühnen: Nach Auftritten im August 2026 sind fünf weitere Termine in Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, Hamburg und Berlin angesetzt. Damit setzt Obel ihre Live-Rückkehr fort, die 2025 mit einer ausverkauften Europatournee begann und unter anderem in die Londoner Royal Albert Hall führte.

Die Termine im Überblick

Konkret spielt Obel am 21. September 2027 in der Düsseldorfer Tonhalle, am 9. November im Stuttgarter Beethovensaal der Liederhalle, am 10. November in der Nürnberger Meistersingerhalle, am 12. November in der Hamburger Laeiszhalle und am 13. November in der Berliner Uber Eats Music Hall. Die gewählten Konzertsäle passen zum Charakter ihrer Musik, die von feinen Klangdetails, Stille und dynamischen Kontrasten lebt und in einem klassischen Konzertsaal-Rahmen besonders zur Geltung kommt.

Ein neues, persönliches Album

Anlass der Tournee ist Obels fünftes Studioalbum „The Meaning of Flowers“, das am 18. September 2026 bei Deutsche Grammophon erscheint – sechs Jahre nach ihrem letzten Werk „Myopia“. Wie gewohnt hat die Musikerin sämtliche zwölf Titel komplett in Eigenregie geschrieben, arrangiert, produziert und in ihrem eigenen Berliner Studio aufgenommen. Zu hören sind neben ihrem Gesang, teils elektronisch verfremdet, Klavier, Keyboards, Synthesizer und Samples, ergänzt durch Gastmusiker an Geige, Bratsche, Cello, Bass, Lap Steel, Harmonium, Flöte, Saxofon, Percussion und Backgroundgesang. Einziges rein instrumentales Stück ist laut Angaben des Labels der Song „Tangerine“, bei dem Saxofon-Arpeggien auf Celesta und Klavier treffen.

Motherhood als thematischer Kern

Inhaltlich beschreibt Obel das Album als ihr bislang persönlichstes. Es entstand, nachdem sie seit der Arbeit an „Myopia“ ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat, und beschäftigt sich mit Veränderung, Neuanfang und den emotionalen wie gedanklichen Folgen der Mutterschaft. Als geistige Bezugspunkte nennt sie unter anderem die Dichtung der altmesopotamischen Autorin Enheduanna, Hannah Arendts Begriff der Natalität als menschliches Vermögen zum Neubeginn sowie Schriften des Philosophen Emanuele Coccia. Zugleich ließ sie sich vom dänischen Pop der 1980er- und 1990er-Jahre inspirieren.

Vom Klassikstudium zum internationalen Erfolg

Die 1980 in Dänemark geborene, klassisch ausgebildete Pianistin gelang mit ihrem Debütalbum „Philharmonics“ 2010 der internationale Durchbruch, gefolgt von „Aventine“ (2013) und dem elektronischer geprägten „Citizen of Glass“ (2016), auf dem unter anderem das historische Instrument Trautonium zum Einsatz kam. Bereits 2011 wurde sie mit mehreren dänischen Musikpreisen ausgezeichnet. Ihre Musik, die sich zwischen Neoklassik, Kammerpop, Folk und elektronischen Texturen bewegt, fand darüber hinaus ihren Weg in bekannte Serien wie „True Detective“, „Big Little Lies“ und „The Last of Us“.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, METALGLORY Magazine, Deutsche Grammophon, FKP Scorpio, Loft Concerts

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