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Slipknot at the Download Festival in 2009

Raspyprince, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Song wie ein Faustschlag

Nach mehr als drei Jahren Funkstille haben Slipknot mit „Arsenal“ ein neues Lebenszeichen veröffentlicht. Der Song kommt ohne Vorankündigung und trifft die Hörerschaft mit voller Wucht: peitschende Dynamikwechsel, messerscharfe Vocals und ein Songaufbau, der immer wieder zwischen kontrollierter Aggression und chaotischem Ausbruch pendelt. Frontmann Corey Taylor lässt seiner Wut freien Lauf und wechselt zwischen geschrienen Passagen und rhythmisch gesprochenen Zeilen, in denen er sich selbstironisch als Außenseiter der Musikszene inszeniert, der trotz aller Widerstände weiterhin gefährlich bleibt.

Rückkehr zu den chaotischen Wurzeln

Musikalisch erinnert „Arsenal“ mehrere Beobachter an die frühen, von Mike Pattons Projekt Mr. Bungle beeinflussten Experimentierphasen der Band. Die Gitarrenarbeit von Jim Root und Mick Thomson bleibt kompromisslos aggressiv, während im Hintergrund ein dichtes Perkussions- und Keyboardgeflecht für zusätzliche Härte sorgt. Beteiligt daran sind unter anderem Bandgründer Clown sowie Perkussionist Tortilla Man, dazu liefert der seit 2024 zur Band gehörende Schlagzeuger Eloy Casagrande sein erstes auf Tonträger festgehaltenes Songmaterial mit Slipknot.

Ungeklärte Rolle am Plattenteller

Auffällig ist, dass „Arsenal“ reichlich Turntable-Elemente und elektronische Klangflächen enthält, obwohl der langjährige DJ Sid Wilson die Band im Sommer verlassen hat. Gleichzeitig veröffentlichte die Gruppe ein neues offizielles Bandfoto, auf dem nur noch acht statt der traditionell neun Mitglieder zu sehen sind. Ob dies bedeutet, dass Slipknot künftig dauerhaft ohne einen dedizierten Plattenspieler-Posten auskommen, blieb bislang offen. Wer für die im Song hörbaren Scratching-Passagen verantwortlich zeichnet, wurde von der Band nicht näher erläutert.

Neues Label, neue Ära

„Arsenal“ markiert zugleich den Start einer neuen Geschäftsbeziehung: Der Song erscheint als erste Veröffentlichung unter dem bandeigenen Imprint (sic)est Records und beendet damit die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Roadrunner Records. Für die Regie des dazugehörigen Musikvideos zeichnet erneut Clown verantwortlich, der auch als Schauspieler den jungen Darsteller Jackson White in Szene setzt. Premiere feierte der Track zudem in der „Hottest Record“-Rubrik der BBC-Radio-1-Sendung von Moderator Jack Saunders.

Ausblick auf ein achtes Studioalbum

Die Band arbeitet Berichten zufolge parallel an ihrem achten Studioalbum, für das Produzent Matt Wallace verantwortlich zeichnet. Ob „Arsenal“ tatsächlich Teil dieser Albumsessions ist oder als eigenständige Singleauskopplung zu verstehen ist, ließ Slipknot bislang offen. Weder ein Albumtitel noch eine Tracklist oder ein Erscheinungstermin wurden bekanntgegeben. Gitarrist Jim Root beschrieb den aktuellen Schaffensprozess dennoch als besonders spontan und verglich die Atmosphäre im Studio mit den frühen, unbekümmerten Jahren der Band. Zuvor hatten Slipknot 2022 mit „The End, So Far“ ihr bislang letztes Studioalbum veröffentlicht, gefolgt von der eigenständigen Single „Bone Church“ im Jahr 2023.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Blabbermouth, Kerrang, Rolling Stone, Consequence, BroadwayWorld

 

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