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Macklemore auf dem Southside Festival

Auftritte in New Jersey lösen scharfe Kritik aus

Der US-Rapper Macklemore, bürgerlich Benjamin Haggerty, sorgt derzeit für erhebliche Kontroversen als Vorgruppe von Ed Sheerans laufender „Loop“-Tournee durch Nordamerika. Bei zwei aufeinanderfolgenden Abenden im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, nutzte der 43-jährige Musiker aus Seattle seinen Auftritt, um sich klar gegen das Vorgehen Israels im Gazakrieg zu positionieren. Er rief mehrfach „Free Palestine“ in die Menge, sprach von Apartheid und Völkermord und trug dabei ein Palästinensertuch über den Schultern. Im Hintergrund liefen während seines Sets Bildaufnahmen aus Gaza, dem Westjordanland und von propalästinensischen Protesten.

Die Organisation reagiert mit einer Petition

Der Israeli-American Council, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Los Angeles, die nach eigenen Angaben mehr als 150.000 israelisch-amerikanische Bürger in den USA vertritt, reagierte umgehend. Am Tag nach dem zweiten Konzert startete der Verband eine öffentliche Petition, die sich an Ed Sheeran, die Verantwortlichen des MetLife Stadiums sowie an weitere an der Tournee beteiligte Veranstalter und Promoter richtet. Darin wird gefordert, Macklemore von sämtlichen verbleibenden Terminen der Tour zu entfernen. Die Organisation argumentiert, ein Konzertbesuch sei kein politischer Rahmen und Ticketkäufer hätten nicht für eine einseitige politische Botschaft bezahlt, sondern für Musik. Zusätzlich verlangt der Council von der Tourleitung Klarheit darüber, ob Macklemores politische Ansagen, die gezeigten Bilder und die Aufführung seines Songs „Hind’s Hall“ im Vorfeld abgesegnet worden seien, sowie klare Regeln für künftige politische Botschaften auf der Bühne.

Bezug zu einem umstrittenen Protestsong

Besonders im Fokus der Kritik steht Macklemores 2024 veröffentlichter Titel „Hind’s Hall“. Der Song bezieht sich auf ein Gebäude der Columbia University, das propalästinensische Demonstranten während der Studentenproteste besetzt und nach der fünfjährigen palästinensischen Hind Rajab benannt hatten, die während des Gazakriegs ums Leben kam. Der Israeli-American Council wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass mit der Besetzung des Gebäudes an der Columbia University auch Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und weitere Gesetzesverstöße einhergegangen seien, was aus Sicht der Organisation im Widerspruch zu grundlegenden amerikanischen Werten stehe.

Macklemore reagiert öffentlich auf die Vorwürfe

Der Rapper selbst zeigte sich von der Kritik unbeeindruckt und bekräftigte seine Haltung in den sozialen Medien. Er betonte, der Wunsch nach Gleichbehandlung aller Menschen dürfe niemals umstritten sein. Bereits während seines Bühnenauftritts hatte er sich direkt an die jüdische Gemeinschaft gewandt und erklärt, Kritik an Israel und an dem von ihm so bezeichneten Vorgehen sei keinesfalls als Kritik an jüdischen Menschen zu verstehen. Seine Botschaft sei eine des Friedens und der Würde für alle Menschen. Macklemore hatte sich bereits seit Ende Oktober 2023 wiederholt kritisch zum Vorgehen Israels in Gaza geäußert und zählte zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefs von Künstlern an den damaligen US-Präsidenten Joe Biden, der zu einem dauerhaften Waffenstillstand aufrief.

Gespaltene Reaktionen im Publikum

Berichten zufolge verließen bei beiden Konzerten im MetLife Stadium einzelne Besucher während Macklemores Auftritts ihre Plätze und kehrten erst zu Ed Sheerans Set zurück. Mehrere Zuschauer gaben gegenüber Medien an, sie hätten sich durch die politischen Ansagen unwohl gefühlt und in der Folge Rückerstattungen für ihre Tickets beantragt. Gleichzeitig erhielt Macklemore online auch Zuspruch von Unterstützern, die sein Engagement begrüßten. Weder Vertreter Macklemores noch von Ed Sheeran oder den Konzertveranstaltern äußerten sich bislang ausführlich zu den Rücktrittsforderungen.

Bevorstehende Tourdaten

Die „Loop“-Tour von Ed Sheeran wird in den kommenden Wochen mit Macklemore als Vorgruppe fortgesetzt. Nach den Auftritten in East Rutherford sind unter anderem folgende Stationen in Nordamerika vorgesehen: 19. September in Philadelphia (Lincoln Financial Field), 25. und 26. September im Gillette Stadium in Foxborough bei Boston, 3. Oktober in Atlanta (Mercedes-Benz Stadium), 10. Oktober in Indianapolis (Lucas Oil Stadium) sowie 17. Oktober in Charlotte (Bank of America Stadium). Ob der Druck des Israeli-American Council Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Vorgruppen bei diesen Terminen haben wird, ist derzeit offen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Jewish Telegraphic Agency, The Washington Times, Jewish Journal, TheWrap, The Jerusalem Post, JNS, The Hollywood Reporter, Deadline, TMZ, CBS News New York, Wikipedia

 

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