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Au quatrième rang, Fujifilm Xpro2 33mm a focused Lisa Gerrard with her band Dead Can Dance, including Brendan Perry, en concert à Anvers, Belgique, 20 avril 2022.

Luc Marie MARTIN aka Lucma – diagonalhorizon, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Sound des Kosmos: Neue Veröffentlichung von Dead Can Dance

Das britisch-australische Duo Dead Can Dance hat einen neuen Song mit dem Titel „Nāda“ vorgestellt. Der Track ist ausschließlich über die Plattform Bandcamp erhältlich und reiht sich damit in eine Serie von Einzelveröffentlichungen ein, mit denen Brendan Perry und Lisa Gerrard in diesem Jahr regelmäßig neue Musik präsentieren, ohne dabei ein komplettes Studioalbum anzukündigen.

Die Bedeutung hinter dem Titel

Der Songtitel verweist auf den Sanskrit-Begriff „Nāda“, der sinngemäß mit Klang oder Fluss übersetzt werden kann. Damit knüpft das Stück an die spirituelle Tradition des Nāda Yoga an. Diese Lehre geht davon aus, dass der gesamte Kosmos, einschließlich des Menschen, aus Schwingungen besteht. Dabei wird zwischen zwei Formen von Vibration unterschieden: den inneren, nicht hörbaren Schwingungen, bekannt als „anāhata“, und dem hörbaren Klang beziehungsweise der Musik, bezeichnet als „āhata“. In dieser Vorstellung ist Klang mehr als ein rein akustisches Phänomen, er gilt als Bindeglied zwischen der äußeren und der inneren Welt und wird traditionell mit meditativen und energetischen Praktiken, etwa der Vorstellung von Chakren, in Verbindung gebracht. Solche Zuschreibungen entstammen ausschließlich der spirituellen Überlieferung des Nāda Yoga und sind nicht mit wissenschaftlich belegten Wirkungen zu verwechseln.

Konsequente Fortsetzung der neuen Veröffentlichungsstrategie

Mit „Nāda“ bestätigen Dead Can Dance den Kurs, den sie bereits Anfang des Jahres eingeschlagen hatten: Statt eines neuen Albums entscheidet sich das Duo für einen fortlaufenden Rhythmus einzelner Titel, die jeweils eigenständig veröffentlicht werden. Den Auftakt bildete der Song „Our Day Will Come“, der sich thematisch den gemeinsamen nationalen Bestrebungen des irischen und des palästinensischen Volkes widmete und bei dem ein Teil der Erlöse einer medizinischen Hilfsorganisation für die palästinensische Bevölkerung zugutekam. Es folgten die Stücke „Death Cults“, „Mon Amour Sauvage“ sowie „The Cicadas“, letzteres inspiriert von einem Schöpfungsmythos aus Platons Dialog „Phaidros“. Mit „Nāda“ setzt die Band diese Reihe nun fort.

Abkehr von den großen Streaming-Diensten

Hinter der Entscheidung, neue Musik ausschließlich über Bandcamp zu vertreiben, steht eine grundsätzliche Positionierung der Band. Perry und Gerrard hatten erklärt, sich bewusst von klassischen Streaming-Anbietern lösen zu wollen, da deren Geschäftsmodelle aus ihrer Sicht zulasten unabhängiger Künstlerinnen und Künstler gingen. Stattdessen soll die Musik künftig direkt über das bandeigene Label Holy Tongue Records vertrieben werden. Als weiteren Grund nannte das Duo den Umgang von Bandcamp mit künstlich erzeugter Musik: Die Plattform habe KI-generierte Inhalte konsequent untersagt, was von der Band ausdrücklich begrüßt wurde, da eine solche Technologie den kreativen Kern ihrer Arbeit gefährde.

Zur Geschichte von Dead Can Dance

Dead Can Dance wurden 1981 im australischen Melbourne von Brendan Perry und Lisa Gerrard gegründet. Bereits ein Jahr später zog das Duo nach London und unterschrieb dort beim einflussreichen Label 4AD. Über die folgenden Jahrzehnte entwickelte sich die Band zu einer prägenden Instanz zwischen Neoklassik, Weltmusik und atmosphärischem Artrock, bekannt für die markante Stimme Perrys, den ausdrucksstarken Gesang Gerrards sowie eine musikalische Sprache, die Einflüsse aus gälischer Folklore, gregorianischem Choral, nahöstlichen Klangwelten und afrikanischen Polyrhythmen miteinander verwebt.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Sonic Seducer, Scholomance Webzine, Bandcamp, Opus, Obsküre, New Noise Magazine

 

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Von Franz Lemmler

Franz Lemmler agiert als Autor, Redakteur und Webmaster dieser Website. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er Gründer und CEO von Xenopolias, dem Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex.

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