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Pink-Floyd-Ikone bezieht in aufgeheizter Debatte Stellung
Roger Waters hat sich unmissverständlich in den Konflikt eingeschaltet, der derzeit große Teile der US-Musikszene beschäftigt. Auslöser ist die Entfernung des Rappers Macklemore von der laufenden US-Tour des britischen Popstars Ed Sheeran. Der frühere Pink-Floyd-Kopf, der sich seit Jahrzehnten öffentlich für die palästinensische Sache einsetzt, veröffentlichte auf seinen Social-Media-Kanälen eine kurze, scharf formulierte Videobotschaft, in der er Sheeran persönlich für die Entscheidung verantwortlich machte. Er unterteilte die Beteiligten in zwei Lager: auf der einen Seite Menschen, die aus seiner Sicht das Richtige täten – dazu zählte er ausdrücklich Macklemore – und auf der anderen Seite jene, die sich seiner Meinung nach falsch verhalten hätten, worunter er Sheeran einordnete. Seine Wortwahl gegenüber dem britischen Musiker fiel dabei deutlich unter die Gürtellinie.
Der Ursprung des Zerwürfnisses
Der Streit nahm seinen Anfang bei zwei Konzerten Anfang September im MetLife Stadium in New Jersey, bei denen Macklemore als Vorgruppe von Sheeran auftrat. Der Rapper rief dort mehrfach zur Unterstützung der Palästinenser auf, zeigte Bildmaterial aus dem Gazastreifen und spielte seinen Protestsong über ein getötetes palästinensisches Kind, der zuvor bereits im Zusammenhang mit propalästinensischen Protesten an US-Universitäten für Aufsehen gesorgt hatte. Die Auftritte lösten umgehend Kritik von pro-israelischen Gruppierungen aus, unter anderem soll eine Petition eines jüdisch-amerikanischen Interessenverbands seine Entfernung von der Tour gefordert haben.
Stadionbetreiber sollen Druck ausgeübt haben
Nach Darstellung Macklemores soll der Patriots-Besitzer und Miteigentümer des Gillette Stadiums, Robert Kraft, direkten Einfluss auf die Entscheidung genommen haben. Der Rapper schilderte in einer ausführlichen Stellungnahme, Sheeran habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass Kraft seinen Auftritt bei den für Ende September geplanten Konzerten im Gillette Stadium ablehne. Zudem habe Kraft demnach weitere Stadionbetreiber mobilisiert, die Sheeran gemeinsam vor die Wahl gestellt hätten, entweder auf Macklemore zu verzichten oder ihre Spielstätten nicht mehr nutzen zu dürfen. Die Tourveranstalter bestätigten öffentlich, dass mehrere Austragungsorte signalisiert hätten, eine Show mit Macklemore auf dem Programm nicht zuzulassen, wodurch letztlich der gesamte weitere Tourverlauf gefährdet gewesen sei.
Kraft verteidigt seine Entscheidung
Robert Kraft bestätigte inzwischen selbst, dass er sich gegen einen Auftritt Macklemores in seinem Stadion ausgesprochen habe. Zur Begründung verwies der 85-Jährige, der selbst jüdischen Glaubens ist, auf die von ihm als antisemitisch eingestufte Rhetorik und Bildsprache des Rappers während der Konzerte in New Jersey sowie auf dessen frühere öffentliche Äußerungen. Sein Haus stehe für ein einladendes Umfeld für alle Besucher und wolle keine Plattform für Hassrede bieten, ließ er verlauten. Gleichzeitig betonte er, es gehe ihm nicht darum, das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung kleinzureden oder die Solidarität mit ihr zu unterbinden, diese dürfe jedoch nicht zulasten der jüdischen Gemeinschaft gehen oder die Verantwortung der von zahlreichen westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuften Hamas verschleiern. Er signalisierte zudem Gesprächsbereitschaft gegenüber Macklemore. Zur Vorwurf, gezielt andere Stadionbetreiber koordiniert zu haben, äußerte er sich in seiner Stellungnahme nicht direkt.
Solidaritätswelle unter den Vorgruppen
Als Reaktion auf Macklemores Rauswurf zogen mehrere weitere Künstler ihre Teilnahme an der Tour zurück. Neben dem Musiker Finneas verließen auch Lukas Graham, Aaron Rowe sowie die irische Band Beoga die verbleibenden Tourtermine aus Solidarität. Finneas begründete seinen Schritt damit, dass Künstler nicht zum Schweigen gebracht werden dürften, wenn sie sich für Unterdrückte einsetzten. Auch aus der Politik kam Kritik: Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez warnte, es entstehe ein gefährlicher Präzedenzfall, wenn Stadionbetreiber auf diese Weise Einfluss auf die Meinungsäußerung von Künstlern nehmen könnten.
Kraft reagiert mit Spendenaufruf
In einer überraschenden Wendung griff Kraft eine Herausforderung Macklemores auf, der ihn öffentlich aufgefordert hatte, ebenfalls für palästinensische Hilfsorganisationen zu spenden. Kraft verdoppelte demnach die von Macklemore zuvor angekündigte Spende in Höhe von einer Million Dollar und stellte insgesamt zwei Millionen Dollar für humanitäre Hilfe in der Region in Aussicht. Berichten zufolge soll Sheeran zudem angekündigt haben, künftig mit weiteren Stadionbetreibern gemeinsam an humanitären Projekten arbeiten zu wollen.
Sheerans Position im Konflikt
Ed Sheeran selbst stellte klar, dass nicht er persönlich, sondern der Tourveranstalter sowie die beteiligten Spielstätten die Entscheidung über Macklemores Absetzung getroffen hätten. Nach eigener Aussage kenne er den Rapper seit über einem Jahrzehnt und betrachte ihn als engen Freund, dennoch sei es in der vergangenen Woche zu mehreren schwierigen Gesprächen gekommen, die in einer grundlegenden Meinungsverschiedenheit zwischen beiden endeten.
Kommende Tourtermine
Ed Sheerans nächster angekündigter Auftritt seiner US-Tour findet am 19. September in Philadelphia statt, wer dort als Vorgruppe auftritt, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen. Für den 25. und 26. September sind zudem zwei Konzerte im Gillette Stadium in Foxborough geplant, bei denen ein Auftritt Macklemores nach der Entscheidung Krafts ausgeschlossen ist.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, TMZ, ESPN, NBC Sports, Yahoo Entertainment
