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Susan Sarandon with fans at the 83rd Venice International Film Festival
LucaFazPhoto, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Massenprotest vor der UNO-Zentrale

Am Rande der Rede von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor der UN-Vollversammlung ist es in New York zu einem der größten Protesteinsätze der jüngeren Zeit gekommen. Die New Yorker Polizei nahm nach eigenen Angaben rund 103 Menschen fest, die sich in einer Sitzblockade auf der First Avenue in unmittelbarer Nähe des UN-Hauptquartiers versammelt hatten. Unter den Festgenommenen befand sich auch die Oscarpreisträgerin Susan Sarandon, die seit Jahren als profilierte Unterstützerin propalästinensischer Anliegen auftritt.

Bekannte Namen unter den Demonstrierenden

Neben Sarandon wurden auch die Emmy-Preisträgerin Hannah Einbinder, die demokratische Kongresskandidatin Darializa Avila Chevalier sowie der New Yorker Stadtratsabgeordnete Chi Osse in Gewahrsam genommen. Auch die frühere Geheimdienstanalystin Chelsea Manning, die Autorin Glennon Doyle sowie der Komiker Caleb Hearon sollen zu den Festgenommenen gezählt haben. Unter den weiteren Teilnehmenden der Kundgebung wurden zudem die Schauspielerin und Aktivistin Cynthia Nixon, der Dramatiker Tony Kushner sowie die Fotografin Nan Goldin gesichtet.

Sitzblockade und Festnahmen

Die überwiegend in weißen T-Shirts mit der Aufschrift „Fund people not bombs“ gekleidete Menge hatte zunächst den Verkehr blockiert. Nachdem die Polizei über Lautsprecher zum Verlassen der Fahrbahn aufgefordert hatte, wich ein Teil der Gruppe auf die Gehwege aus, während ein harter Kern sitzen blieb und weiter Sprechchöre gegen Netanyahu skandierte. Fahrradpolizisten umstellten daraufhin die verbliebenen Demonstrierenden, fesselten sie mit Kabelbindern und brachten sie zu bereitstehenden Polizeibussen. Aufnahmen von der Szene zeigten auch Sarandon mit auf dem Rücken gefesselten Händen.

Organisiert von jüdischer Friedensinitiative

Veranstalter der Kundgebung war die Gruppe Jewish Voice for Peace gemeinsam mit weiteren linken Organisationen. Die Teilnehmenden forderten ein Ende der Waffenlieferungen an Israel sowie ein Stopp des Krieges im Gazastreifen. Mitgeführte Transparente trugen Aufschriften wie „Stop arming Israel“ und „End the genocide“, begleitet von Sprechchören, die Netanyahu direkt adressierten. Nach Angaben der Organisatoren nahm auch eine überlebensgroße Puppe des Regierungschefs in Gefängniskleidung an dem Umzug teil.

Politischer Hintergrund der Reise

Netanyahus Auftritt vor der Vollversammlung fand vor dem Hintergrund wachsender internationaler Kritik an der israelischen Kriegsführung in Gaza statt. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor, den Netanyahu selbst als „absurd“ zurückgewiesen hat. Die Vereinigten Staaten sind allerdings kein Mitgliedsstaat des Gerichtshofs, sodass eine Festnahme auf US-Boden rechtlich nicht durchsetzbar wäre. New Yorks Bürgermeister hatte vor der Visite öffentlich erklärt, die USA sollten den Haftbefehl respektieren. Während der Rede verließen zudem zahlreiche Delegierte demonstrativ den Saal.

Sarandons langjähriges politisches Engagement

Für Sarandon ist der Vorfall nicht die erste Festnahme im Zusammenhang mit politischem Aktivismus. Die Schauspielerin war bereits in der Vergangenheit bei Protesten gegen die Einwanderungspolitik der US-Regierung sowie bei propalästinensischen Kundgebungen festgenommen worden. Ende 2023 hatte sie zudem ihre Talentagentur nach umstrittenen Äußerungen bei einer früheren Demonstration verloren. Ihr politisches Engagement gilt seit Jahrzehnten als fester Bestandteil ihres öffentlichen Auftretens.

Reaktionen aus dem Umfeld der Festgenommenen

Hannah Einbinder äußerte sich nach ihrer Freilassung in den sozialen Medien und erklärte, sollten die Bilder ihrer Festnahme Aufmerksamkeit erregen, so solle diese dem Leid der Menschen in Gaza und im Südlibanon gelten. Eine Sprecherin der beteiligten Aktivistengruppen betonte, der zivile Ungehorsam habe der internationalen Gemeinschaft ein Zeichen setzen sollen, die Waffenlieferungen an Israel zu beenden.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

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