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Bruno Kramm (Das Ich Keyboard/Gesang 7.2006)
Boa99, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons

Plötzlicher Tod nach Auftritt in Granada

Die Musikszene trauert um Bruno Kramm. Der Mitgründer der Band Das Ich verstarb in der Nacht zum Samstag im spanischen Granada, wenige Stunden nachdem er dort mit seinem langjährigen musikalischen Partner Stefan Ackermann aufgetreten war. Der Auftritt in der Sala Planta Baja war als erstes Konzert des Duos im Süden Spaniens angekündigt worden und sollte Teil einer Reihe von Live-Terminen sein, mit denen sich die Band nach ihrer Rückkehr auf die Bühnen zeigte. Kurz nach Mitternacht erlitt Kramm den Berichten zufolge einen medizinischen Notfall, woraufhin mehrere Notrufe bei den örtlichen Einsatzkräften eingingen. Rettungsdienst und Polizei trafen am Veranstaltungsort ein, konnten jedoch nur noch den Tod des Musikers feststellen. Bruno Kramm wurde 58 Jahre alt. Die genauen Todesumstände sind bislang nicht abschließend geklärt, örtliche Ermittlungsbehörden gehen den vorliegenden Berichten zufolge von einem natürlichen Tod aus.

Ein prägender Kopf der deutschen Gothic-Szene

Bruno Kramm und Stefan Ackermann lernten sich Mitte der 1980er-Jahre in Bayreuth kennen und gründeten dort zunächst gemeinsam eine Vorgängerformation, aus der 1989 schließlich Das Ich hervorging. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das Duo zu einem der zentralen Namen jener Strömung, die später als Neue Deutsche Todeskunst bekannt wurde. Kramm zeichnete dabei vor allem für die musikalische Seite verantwortlich: elektronische Arrangements, Keyboards, Produktion sowie Begleitgesang trugen seine Handschrift, während Ackermann als Sänger und Texter im Zentrum der Bühnenpräsenz stand. Gemeinsam schufen sie einen unverwechselbaren Stil, der elektronische Klangwelten mit Gothic, Industrial, klassischen Einflüssen und einer stark theatralischen Bühnenästhetik verband. Titel wie „Gottes Tod“, „Kain und Abel“ oder „Destillat“ zählen bis heute zu den festen Größen im Repertoire der schwarzen Szene.

Label-Gründer und Wegbereiter für andere Bands

Über seine Rolle bei Das Ich hinaus prägte Bruno Kramm die Szene auch als Unternehmer. Nachdem sich für das Debütalbum „Die Propheten“ zunächst kein Label finden ließ, gründete er kurzerhand sein eigenes: Danse Macabre entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer festen Anlaufstelle für Gothic- und Alternative-Acts und bot unter anderem Formationen wie Goethes Erben, Relatives Menschsein und Endraum eine frühe Plattform. Zahlreiche weitere Veröffentlichungen aus dem Umfeld der schwarzen Szene erschienen im Laufe der Jahre über sein Label, bei vielen davon war Kramm zudem selbst als Produzent beteiligt. Mit der Danse Macabre Night schuf er darüber hinaus ein Veranstaltungsformat, das der Szene über Jahre hinweg als feste Institution diente.

Rückkehr mit neuem Album im vergangenen Jahr

Nach einer langen Phase ohne neues Studiomaterial hatten sich Das Ich erst im vergangenen Jahr mit dem Album „Fanal“ zurückgemeldet, dem ersten seit knapp zwei Jahrzehnten. Die Veröffentlichung wurde von der Fangemeinde mit großer Erwartung aufgenommen, ebenso wie die anschließende Rückkehr der Band auf europäische Bühnen. Der Auftritt in Granada reihte sich in diese Reihe von Live-Terminen ein und sollte ursprünglich ein weiterer Meilenstein dieser Rückkehr sein.

Reaktionen aus der Szene

Aus dem Umfeld der Band und der Veranstalterseite wurden am Wochenende erste Reaktionen bekannt, in denen der Verlust als tief einschneidend für die gesamte Szene beschrieben wurde. Bruno Kramm hinterlässt seine Ehefrau sowie zwei Kinder. In Gedanken sind wir bei seiner Familie.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

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