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Show Me the Body live in 2023
Issan Sumisu, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ironie trifft auf blanke Wucht

Charli xcx hatte ihren Song „Rock Music“ als augenzwinkerndes Etikettenschwindel-Statement verstanden wissen wollen: Ein Titel, der Rock verspricht, musikalisch aber tief im hyperpop-verzerrten Elektro-Sound ihrer jüngsten Ära verankert bleibt. Genau an diesem Widerspruch setzten nun Show Me The Body an. Für eine Studiosession bei Spotify nahmen sich die New Yorker den Song vor und drehten den Spieß um: Aus der ironisch gemeinten Ansage wurde tatsächlich das, was der Titel verspricht. Frontmann Julian Cashwan Pratt bellte die ursprünglich spöttisch hingeworfenen Zeilen mit roher Wucht heraus, während die Band ihren typischen, von Bass und E-Banjo getragenen Hardcore-Sound über das Stück legte. Aus der distanzierten Pop-Nummer wurde so ein schweißtreibender Ausbruch, komplett mit gebrüllten Vocals statt der ursprünglichen, verspielten Studioproduktion.

Der Ursprung: Charli xcx und ihre Rock-Verwirrung

Ausgangspunkt der Aktion ist die im Mai veröffentlichte Single „Rock Music“, die als Vorbote von Charli xcx‘ Album „Music, Fashion, Film“ diente. Die britische Sängerin hatte im Vorfeld in einem Interview durchblicken lassen, sie wende sich musikalisch dem Rock zu und sei die Tanzfläche leid gewesen. Kurz darauf ruderte sie über soziale Medien zurück und betonte, sie habe nie behauptet, ein Rockalbum aufzunehmen. Der fertige Song blieb entsprechend ambivalent: verzerrte Gitarrenriffs trafen auf ihre gewohnt glitchige, elektronische Produktionsweise, ohne dass am Ende tatsächlich ein klassisches Rockstück dabei herauskam. Diese bewusste Uneindeutigkeit lieferte die perfekte Steilvorlage für eine Band, die es mit dem Genre bitterernst meint.

Show Me The Body: New Yorker Härte mit Banjo

Show Me The Body gelten seit ihrer Gründung 2009 als eine der eigenwilligsten Formationen der New Yorker Hardcore-Szene. Die Band um Pratt kombiniert seit jeher schroffen Punk mit Elementen aus Noise, Hip-Hop und Industrial, wobei das markante, verzerrte E-Banjo als klangliches Markenzeichen fungiert. Erst wenige Wochen vor der Spotify-Session hatte das Trio sein viertes Studioalbum „Alone Together“ veröffentlicht, produziert gemeinsam mit Klas Åhlund und Kenneth Blume. Neben der Charli-xcx-Coverversion spielte die Band bei ihrem Spotify-Auftritt auch das eigene Albumstück „Do What’s Right (Happy)“ live ein, sodass die Session gleichzeitig als Werbefenster für das neue Werk diente.

Aktuelle Tourdaten

Show Me The Body befinden sich derzeit auf großer Nordamerika-Tour zur Unterstützung von „Alone Together“, unter anderem mit den Bands Whispers, Jivebomb, Holder und Lip Critic. Folgende Termine stehen noch an:

  1. September – Portland, OR
  2. September – Seattle, WA
  3. September – San Francisco, CA
  4. Oktober – Fresno, CA
  5. Oktober – Los Angeles, CA
  6. Oktober – Mesa, AZ
  7. Oktober – Austin, TX
  8. Oktober – Birmingham, AL
  9. Oktober – Atlanta, GA
  10. Oktober – Richmond, VA
  11. Oktober – Washington, D.C.
  12. Oktober – Philadelphia, PA
  13. Oktober – New York, NY (Abschlussshow im Webster Hall, erstmals seit über zehn Jahren ohne Absperrung vor der Bühne)

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

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Von Franz Lemmler

Franz Lemmler agiert als Autor, Redakteur und Webmaster dieser Website. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er Gründer und CEO von Xenopolias, dem Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex.

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