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Musical group Soft Cell in a 1981 publicity photo for their album Non-Stop Erotic Cabaret.

Ein Schlusskapitel mit besonderem Gewicht

Am 25. September 2026 ist das sechste und zugleich letzte Studioalbum von Soft Cell erschienen. Es trägt den Namen „Danceteria“ und kommt über Republic of Music. Marc Almond und Dave Ball haben es gemeinsam geschrieben, Ball hat es produziert. Das Album zählt vierzehn Titel und läuft gut eine Stunde. Wenige Tage nach der Fertigstellung, am 22. Oktober 2025, starb Dave Ball. Seither ist das Werk ein Abschied in doppeltem Sinn. Nach Almonds Worten ist eine Fortsetzung des Duos ohne seinen Partner undenkbar. Ball soll ihm zudem den Wunsch mitgegeben haben, die Platte genau so zu belassen, wie sie entstanden ist.

Der Club, der dem Album seinen Namen gibt

Der Titel verweist auf einen der berühmtesten Nachtclubs der amerikanischen Popgeschichte. Die Danceteria öffnete 1980 in Manhattan und zog mehrfach um. Am bekanntesten wurde das Haus an der 21st Street, das ab 1982 auf mehreren Etagen Tanzflächen, Livebühnen und eine Videolounge bot. Dort trafen Musik, Kunst und Nachtleben in einer Mischung zusammen, die es so kaum ein zweites Mal gab. Madonna arbeitete hier und trat hier erstmals live auf. Auch Sade und Keith Haring gehörten zum Umfeld des Clubs. Bands wie The Smiths, Duran Duran, Devo und Sonic Youth spielten auf der Bühne. Für Soft Cell hat der Ort eine ganz persönliche Bedeutung. Die Party zum US-Start ihres Debütalbums „Non-Stop Erotic Cabaret“ fand dort statt, mit einem Times-Square-Motto samt Peepshow-Kulisse.

Eine Liebeserklärung an eine vergangene Stadt

Almond beschreibt das Album als Rückblick auf eine prägende Lebensphase in New York, in der sich sein Privatleben und die Stadt selbst stark veränderten. Damals war Manhattan rau und gefährlich, zugleich aber ein Nährboden für Kreativität. Das Album greift dieses Lebensgefühl in Stücken wie „Times Square“, „The Rainbow Room“, „Decadence Is Hard Work“, „Crackland“ und „After Hours“ auf. Die Musik verbindet Ballsche Analogsynthesizer, Disco-Anleihen und dunklere Wave-Klänge. Auf dem Auftaktsingle-Stück „Out Come The Freaks“ ist Nona Hendryx als Gastsängerin zu hören. Später folgten der Titelsong, „In Heaven (When I Dance With You)“, „The Space Inside“ und die Ballade „The Rainbow Room“. Zu den weiteren Titeln zählen „Wave To America“ und „What Is Your Morality“.

Wie die Kritik das Album einordnet

Die ersten Urteile fallen unterschiedlich aus. Das britische Magazin Classic Pop vergab die Höchstwertung von fünf Sternen und wählte das Album zum Album des Monats. Uncut bewertete es mit acht von zehn Punkten und sprach von einer lebhaften Nostalgie-Party, die zugleich unfreiwillig wie ein Requiem wirke. Die Redaktion von Far Out kam auf dreieinhalb Sterne. Sie lobte, dass das Duo am Ende keine bloße Wiederholung der eigenen Vergangenheit liefere, sondern eine lebendige Rückschau. Wer das Album gegen die großen Frühwerke von Soft Cell hält, wird darin sicher nicht das stärkste Kapitel der Bandgeschichte sehen. Dennoch überzeugt es als warmherziges und wehmütiges Vermächtnis, das ohne Pathos auskommt.

Der Weg dorthin

Der Vorgänger „Happiness Not Included“ war 2022 nach zwei Jahrzehnten Studiopause erschienen und erreichte Platz sieben der britischen Charts. Darauf war auch die Single „Purple Zone“ mit den Pet Shop Boys zu hören. Im Frühsommer 2026 spielte Almond als Soft Cell auf der „Generations Tour“ in den USA gemeinsam mit The Human League und Alison Moyet. Mit dem neuen Album schließt sich für das Duo ein Kreis von fast fünf Jahrzehnten, der in Leeds begann und in den Clubs von New York seinen prägendsten Moment fand.

Live-Termine im Herbst

Im November geht Soft Cell mit der „Wave To America Tour“ noch einmal auf US-Reise:

  1. November 2026, San Diego, The Magnolia
  2. November 2026, Napa, Uptown Theatre
  3. November 2026, San Francisco, The Regency Ballroom
  4. November 2026, Reno, Grand Sierra Resort
  5. November 2026, Huntington Beach, Darker Waves Festival
  6. November 2026, San Luis Obispo, Fremont Theater

Marc Almond ist außerdem solo unterwegs. Am 24. Oktober 2026 tritt er beim Soundedit Festival in Łódź auf. Im Anschluss stehen Konzerte in Südamerika an:

  1. November 2026, Mexiko-Stadt, Mesones 72
  2. November 2026, Lima, C.C. Leguia
  3. November 2026, Buenos Aires, Teatrito
  4. Dezember 2026, São Paulo, Audio Club
  5. Dezember 2026, Santiago de Chile, Blondie Club

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

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