
Fast zwei Jahrzehnte lang gab es von der schwedischen Crust-Punk-Band Disfear keinen neuen Tonträger. Das letzte Album „Live the Storm“ war im Januar 2008 bei Relapse Records erschienen, produziert von Kurt Ballou. Nun steht die Rückkehr fest: Am 20. November 2026 soll mit „The Last Nail“ das nächste Studioalbum der Gruppe herauskommen, erneut über Relapse Records. Als erster Vorbote ist bereits die Single „Early Graves“ veröffentlicht worden.
Jahre im Hintergrund
Ganz untätig waren die Schweden in der langen Pause nicht. Nach Angaben der Band wurden die Stücke über einen Zeitraum von rund vierzehn Jahren geschrieben und in den vergangenen drei Jahren aufgenommen. Im letzten Jahr arbeitete die Gruppe dann gezielt an der Fertigstellung des Materials. Für das Album war zunächst von zwölf Songs die Rede.
Die letzten Aufnahmen von Tomas Lindberg
An den Sessions beteiligt war noch Sänger Tomas „Tompa“ Lindberg, der auch als Frontmann von At The Gates bekannt ist. Er hatte Disfear 2003 auf dem Album „Misanthropic Generation“ erstmals als Vokalist auf einem Langspieler geprägt. Lindberg starb am 16. September 2025 im Alter von 52 Jahren an Krebs. Seine Stimme auf „The Last Nail“ gehört damit zu seinen letzten künstlerischen Zeugnissen.
Abschied von Marcus Andersson
Fast genau ein Jahr später traf die Band der nächste schwere Schlag. Am 15. September 2026 machte sie den Tod ihres Schlagzeugers Marcus Andersson öffentlich. Er war nach einem vierjährigen Kampf gegen ein Glioblastom, einen aggressiven Hirntumor, gestorben. Andersson gehörte Disfear seit 1998 an und hatte die kreative Entwicklung der Gruppe über Jahre entscheidend mitgeprägt. Er hinterlässt seine Frau, seine Kinder und seinen Hund. In ihrem Nachruf beschrieb die Band ihn als engen Freund, herausragenden Musiker und treibende Kraft mit großer Leidenschaft.
Ein Album als Vermächtnis
Nach Darstellung der verbliebenen Mitglieder war es der ausdrückliche Wunsch von Lindberg und Andersson, dass das Album so bald wie möglich erscheint. Andersson konnte die endgültige Fassung der Platte noch hören. Beide seien stolz auf ihre Beiträge gewesen, so die Band. Ein letztes gemeinsames Fotoshooting der Besetzung im Studio, das Robert Samsonowitz festhielt, beschreibt die Gruppe als Zeit voller Lachen und nicht als Phase der Trauer.
Drei Verluste seit „Live the Storm“
Für Disfear ist „The Last Nail“ auch eine Bilanz des Verlusts. Bereits kurz nach dem Erscheinen von „Live the Storm“ war Bassist Henrik Frykman gestorben, ebenfalls an Krebs. Mit Lindberg und Andersson hat die Band seit dem letzten Album insgesamt drei Mitglieder verloren. Das neue Werk widmen die übrigen Musiker allen dreien.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
