Zehn Abende, ein Ort: Die Boyband macht Düsseldorf zur Heimbasis
Wer in diesen Tagen im Düsseldorfer Norden unterwegs ist, kommt an den Backstreet Boys kaum vorbei. Die US-Band belegt vom 25. September bis zum 7. Oktober 2026 zehnmal die Merkur Spiel-Arena und präsentiert dort ihre Reihe „Into The Millennium – Homecoming: Live in Germany“. Nick Carter, AJ McLean, Howie Dorough, Brian Littrell und Kevin Richardson spielen in diesem Jahr nirgendwo sonst in Europa. Der Veranstalter ist Live Nation. Auffällig ist der Dresscode: Die Gruppe hatte ihre Anhänger vorab in den sozialen Netzwerken gebeten, in Weiß zu kommen. Das Bild rund um das Stadion ist seither entsprechend hell.
Eine Show mit viel Nähe zum Publikum
Die Produktion basiert auf der Residency, die das Quintett zuvor in Las Vegas gezeigt hat, und wurde für die Stadiongröße angepasst. Hinter der Hauptbühne steht eine große Videowand, ein langer Laufsteg führt zu einer zweiten Bühne im Innenraum, und einige Bühnenelemente lassen sich anheben. So verbringen die fünf Sänger einen Großteil des Abends mitten unter den Fans und bespielen verschiedene Bereiche der Arena. Zum Auftakt schweben sie bei „Larger Than Life“ von oben herab. Danach folgen 26 Titel in knapp zwei Stunden, darunter Klassiker wie „I Want It That Way“, „Shape of My Heart“ und „As Long as You Love Me“. Es gibt aber auch Stücke vom Album „Millennium“, die bei früheren Tourneen eher selten gespielt wurden, etwa „Spanish Eyes“ oder „The Perfect Fan“. Zum Finale mit „Everybody (Backstreet’s Back)“ wird das bewegliche Dach der Arena geöffnet, dazu steigt ein Feuerwerk auf.
Ein ehrlicher Moment von AJ McLean
Für die emotionalste Szene der bisherigen Abende sorgte AJ McLean am zweiten Konzerttag. Er sprach offen darüber, dass er seit fünf Jahren keinen Alkohol mehr trinkt, und erzählte, dass er seiner Tochter am selben Tag von diesem Jubiläum berichtet habe. Das Publikum honorierte die Worte mit besonders lautem Applaus.
Überwiegend Lob aus dem Publikum
Die Stimmung unter den Besuchern ist insgesamt gut. Nach der Auftaktshow äußerte sich laut Berichten des WDR die Mehrheit der Befragten zufrieden. In Online-Foren finden sich viele positive Erfahrungsberichte. Eine Besucherin, die sich zuvor kaum als Fan gesehen hatte, schrieb, sie könne nach dem Abend nachvollziehen, warum manche gleich mehrere Termine buchen. Gelobt werden vor allem die Songauswahl, die Atmosphäre und die Bemühungen der Band, auch die hinteren Ränge einzubeziehen. Kleinere Einwände betreffen das Bühnenbild, das einigen zu schlicht erscheint. Andere vermissen eine Zugabe, weil die Gruppe nach dem Feuerwerk ohne weiteren Song abtritt und der Abschied dadurch abrupt wirkt.
Schlangen, Preise und Vergleiche mit Las Vegas
Deutlich lauter fällt die Kritik am Drumherum aus. Am ersten Abend berichteten Fans von unübersichtlichen Warteschlangen für Golden Circle, Innenraum und VIP-Bereiche. Der Einlass verzögerte sich nach diesen Schilderungen um rund 25 Minuten. Auch vor dem offiziellen Pop-up-Store bildeten sich lange Reihen, teils sollen Besucher mehrere Stunden angestanden haben. Über den Gegenwert der VIP-Pakete gehen die Meinungen auseinander: Manche halten die besseren Plätze für angemessen, andere den Aufpreis für überzogen. Verärgerte Stimmen gibt es zudem wegen der Merchandise-Preise, denn einzelne Artikel kosten dem Vernehmen nach bis zu 300 Euro. Wer die Vegas-Version kennt, findet den Düsseldorfer Laden zwar gelungen, aber kleiner und weniger opulent bestückt als das amerikanische Vorbild.
Die noch ausstehenden Termine in Düsseldorf
Nach den ersten Konzerten stehen die Shows am 30. September sowie am 2., 3., 4., 6. und 7. Oktober 2026 an. Beginn ist jeweils um 20 Uhr in der Merkur Spiel-Arena, Arena-Straße 1. An Veranstaltungstagen fährt die Rheinbahn-Linie U78 direkt bis zur Haltestelle Merkur Spiel-Arena/Messe-Nord. Wer dabei ist, sollte wegen der Warteschlangen früh anreisen und sich vorab über die richtigen Zugänge für die jeweilige Ticketkategorie informieren.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
