Lesedauer 2 Minuten
Lord of the Lost @ Black Castle Festival 2018
Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der erste Vorbote zu „Aporia“

Der Hamburger Sänger Chris Harms, vor allem als Kopf von Lord Of The Lost bekannt, hat mit „Find What You Love And Let It Kill You“ den ersten Song seines nächsten Soloalbums veröffentlicht. Das Album trägt den Titel „Aporia“. Damit setzt er seinen Weg abseits der Band fort. Wann genau die Platte erscheint und wann der Vorverkauf startet, ist noch offen. Laut ersten Meldungen soll die Vorbestellung aber in Kürze beginnen.

Ein Titel mit Sprengkraft

Schon der Name der Single ist ein Statement. Er erinnert an einen viel zitierten Leitspruch über Leidenschaft und Selbstaufgabe, der häufig dem Schriftsteller Charles Bukowski zugeschrieben wird. Auch das Albumwort „Aporia“ hat es in sich. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und beschreibt einen Zustand der Ausweglosigkeit oder Ratlosigkeit. Beides deutet auf ein Werk hin, das sich mit Zerrissenheit und inneren Konflikten befasst. Schwere Kost ist also zu erwarten.

Musikalisch bewusst offen

Die Single gilt als Hinweis darauf, dass Harms auch als Solokünstler mit unterschiedlichen Stilen arbeitet. Diesen Ansatz verfolgte er bereits auf dem Vorgänger, mit dem er sich ganz bewusst von der Wucht seiner Hauptband löste.

Vom Synth-Pop-Ausflug zum nächsten Schritt

Sein Solodebüt „1980“ erschien am 31. Januar 2025 bei Napalm Records. Benannt ist es nach seinem Geburtsjahr. Harms verzichtete darauf komplett auf Gitarren und tauchte stattdessen in die Klangwelt der Achtziger ein. Synthesizer, Wave, Electro und Gothic-Anleihen prägten das Album. Die erste Single „I Love You“ wirkte auf den ersten Blick wie ein sommerlicher Tanzflächenfüller, trug im Kern aber eine tief melancholische Botschaft. Auch Stücke wie „She Called Me Diaval“ und „The Grey Machines“, letzteres gemeinsam mit VNV Nation, machten deutlich, dass Harms keinem Trend hinterherläuft. Er folgte schlicht seiner Lust an der Musik. Er selbst beschrieb das Ergebnis augenzwinkernd als eine skurrile, aber gelungene Mischung aus Depeche Mode, Modern Talking und Sandra mit seiner Stimme.

Ein Künstler mit vielen Gesichtern

Harms gründete Lord Of The Lost 2007 zunächst als Soloprojekt, aus dem später eine gefeierte Band wurde. Deren bislang erfolgreichste Jahre führten sie zum Eurovision Song Contest und auf Tour mit Iron Maiden. In den deutschen Albumcharts erreichte die Gruppe einmal Platz eins und zweimal Platz zwei. Dass der Musiker nun parallel eigene Wege geht, zeigt seine stilistische Bandbreite, die weit über die Grenzen der Szene hinaus Anerkennung findet. Mit „Aporia“ dürfte dieses Kapitel um eine weitere, womöglich dunklere Facette wachsen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

 

© 2023-26 Xenopolias.de – Unabhängiger Musik‑ und Kulturjournalismus - Impressum - Datenschutzerklärung - Cookie-Richtlinie (UK)