
Sean „Diddy“ Combs verbüßt seine Haftstrafe im Federal Correctional Institution Fort Dix im US-Bundesstaat New Jersey. Dort ist er als Häftling mit der Nummer 37452-054 registriert. Nach einer Recherche des Senders NBC News soll der Musikmogul im Gefängnisalltag jedoch einen Komfort genießen, von dem die meisten Mitgefangenen nur träumen können. Die Darstellung stützt sich auf vier ehemalige Insassen aus seinem Trakt, die anonym bleiben wollten, sowie auf Foto- und Videomaterial, das der Sender nach eigenen Angaben gesichtet hat.
Ein Dienstleistungsnetzwerk unter Häftlingen
Den Schilderungen zufolge hat sich um Combs eine Art Schattenwirtschaft gebildet. Mitgefangene sollen für ihn kochen, seine Wäsche waschen, sein Bett machen und seinen Wohnbereich reinigen. Einer von ihnen soll sogar Toiletten und Duschbereich säubern, bevor der 56-Jährige sie benutzt. Ein weiterer Häftling soll ihm Massagen im chinesischen Stil geben. Andere Insassen sollen sich zudem um sein Mobiltelefon und seine Fanpost kümmern.
Bezahlt werde das Ganze laut den Zeugen mit Geld von außerhalb, das auf die Kantinenkonten der beteiligten Häftlinge überwiesen werde. Die Rede ist von mehreren tausend Dollar im Monat.
Sonderessen aus der Notküche
Auch kulinarisch soll Combs Sonderwünsche haben. Auf dem Speiseplan sollen Hähnchencurry, Pizza und Empanadas stehen, die Mitinsassen mit improvisierten Heizvorrichtungen zubereiten. Essen, das nach den Angaben der Quellen in dieser Form für den Musiker und einige weitere Häftlinge gekocht wurde, ist auch auf Bildern zu sehen, die dem Sender vorliegen.
Schmuggelware, Alkohol und Medikamente
Noch schwerer wiegen die Vorwürfe rund um verbotene Gegenstände. Combs soll Zugang zu einem geschmuggelten Mobiltelefon haben, das laut den Zeugen auch dazu gedient haben soll, freizügige Aufnahmen einer früheren Partnerin anzusehen. Zudem soll er ein manipuliertes Tablet genutzt haben, um eine Dokumentation über sich selbst zu schauen. Am Wochenende, so heißt es, habe er mit einem kleinen Kreis von Mitgefangenen hochwertigen Cognac getrunken, den Wärter ins Gefängnis gebracht haben sollen. Außerdem sei er an Antidepressiva gelangt, die er von anderen Insassen bekommen habe.
Der Bericht fällt in eine Zeit, in der Fort Dix ohnehin wegen Schmuggels unter Druck steht. Seit 2020 wurden mehrere Personen angeklagt, weil sie per Drohne verbotene Waren auf das Gelände befördert haben sollen. Am 16. September gaben Staatsanwälte bekannt, dass fünf Personen, darunter ein aktueller und ein ehemaliger Vollzugsbeamter der Anstalt, wegen eines mutmaßlichen Schmuggelsystems angeklagt wurden. In der Einrichtung sind rund 4.000 Männer untergebracht.
Zwischenfall, Suspendierung und Rückkehr zum alten Alltag
Laut den Informanten kam Combs im Sommer nach einer Auseinandersetzung mit einem anderen Häftling in Isolationshaft und wurde anschließend aus einem Drogentherapieprogramm genommen. Nach der Rückkehr in den normalen Vollzug habe sich sein Alltag jedoch wieder so eingespielt wie zuvor.
Stellungnahmen der Gegenseite
Die Gefängnisbehörde Bureau of Prisons erklärte gegenüber NBC News allgemein, Schmuggel, insbesondere von Handys, Drogen und Waffen, sei für alle Vollzugsbehörden eine dauerhafte Herausforderung, gegen die man weiter vorgehe. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sie sich demnach nicht im Einzelnen. Ein Sprecher von Combs wies die Darstellung zurück. Die eigentliche Nachricht sei, dass Combs seine Strafe verbüße, während das Gericht über seine Berufung entscheide.
Haftstrafe und Entlassungstermin
Combs war wegen zweier Fälle des Transports zum Zweck der Prostitution verurteilt worden und muss 50 Monate in Haft. Die Gefängnisbehörde nennt inzwischen den 21. Januar 2028 als voraussichtlichen Entlassungstermin, rund einen Monat früher als zunächst vorgesehen. Bei allen geschilderten Vorgängen handelt es sich bislang um Aussagen anonymer Zeugen und nicht um bestätigte Tatsachen.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
