Lesedauer 2 Minuten
Primavera Sound 2011 - May 28 - Mogwai
Ferran from Amposta, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Jubiläum, das mehr als eine Tournee verdient

Seit drei Jahrzehnten gehören Mogwai aus Glasgow zu den prägenden Namen des instrumentalen Post-Rock. Ihre ersten Aufnahmen entstanden Mitte der Neunziger, und bis heute hat die Band ihren Ruf als Meisterin gewaltiger Klangwände und feinster Zwischentöne gefestigt. Nachdem sie für den Herbst bereits eine Reihe besonderer Konzerte angekündigt hatte, legt sie nun mit einer umfassenden Werkschau nach, die das Schaffen der Schotten über alle Phasen hinweg bündelt.

„Happy Tears“ bündelt Klassiker, Raritäten und Neues

Die Sammlung hört auf den Titel „Happy Tears“ und erscheint am 8. Januar 2027 über das bandeigene Label Rock Action Records. Bereits die Debütsingle „Tuner“ von 1996 kam auf diesem Weg heraus, und auch das Label selbst feiert in diesem Jahr sein dreißigjähriges Bestehen. Wer sich die Veröffentlichung sichern möchte, kann sie schon jetzt vorbestellen. Zur Auswahl stehen eine Doppel-LP, eine Doppel-CD sowie eine digitale Ausgabe. Wer tiefer einsteigen will, greift zur erweiterten Vier-LP-Edition. Sie versammelt dreizehn zusätzliche Stücke, darunter sechs bislang unveröffentlichte Aufnahmen, zwei Remixe, zwei Livemitschnitte und drei Raritäten. Außerdem enthalten ist eine Neuinterpretation von „New Paths to Helicon 1“, die als „Brand New Paths to Helicon 1“ gemeinsam mit dem Budapest Art Orchestra entstanden ist.

„Underground“: Wenn die Punk-Ikone auf Post-Rock trifft

Als erster Vorbote ist die Single „Underground“ erschienen, auf der kein Geringerer als Iggy Pop zu hören ist. Der Gesangspart wurde von Matt Sweeney arrangiert, begleitend gibt es ein Video unter der Regie von Scott McPherson. Der Stooges-Frontmann zeigte sich nach eigener Aussage schon lange als Freund der Band und fühlte sich vom Beginn des Stücks an eine bedrückende Einsamkeit der Gegenwart erinnert. Inhaltlich gibt sich der Text mit trockenem Humor: Iggy Pop schlüpft in die Rolle einer unglücklichen Maschine, die eigentlich Geld verdienen soll, sich aber nach Zuneigung sehnt. Für Bandgitarrist Stuart Braithwaite schließt sich damit ein Kreis, denn er hat in seinen Memoiren immer wieder beschrieben, wie prägend die Musik von Iggy Pop und den Stooges für sein Leben war.

Ein Hörbuch-Dokumentarfilm erzählt die Bandgeschichte

Zur Compilation gesellt sich ein ungewöhnliches Zusatzprojekt. Gemeinsam mit dem Kreativstudio Cup & Nuzzle, das bereits eine Audiodokumentation über Joy Division und New Order realisiert hat, entstand „Happy Tears: The Story of Mogwai“. Die rund zweieinhalbstündige Produktion lässt die Band erstmals ihre Geschichte vollständig in eigenen Worten erzählen. Als Sprecher führt BBC-6-Music-Moderator Matt Everitt durch das Programm. Erhältlich ist das Hörstück als eigenständiger Download oder als Teil des Deluxe-Bundles zur Compilation.

Die Jubiläumskonzerte im November

Live sind Mogwai im Herbst in mehreren europäischen Ländern zu erleben. Die Termine im Überblick:

  1. November 2026: Lüttich, Le Forum
  2. November 2026: Hamburg, Elbphilharmonie
  3. November 2026: Kopenhagen, Opernhaus
  4. November 2026: Berlin, Theater des Westens
  5. November 2026: Utrecht, TivoliVredenburg
  6. November 2026: Straßburg, La Laiterie
  7. November 2026: Brüssel, Bozar
  8. November 2026: Glasgow, Royal Concert Hall
  9. November 2026: Glasgow, Royal Concert Hall

Mit den beiden Heimspielen in Glasgow geht die Konzertreihe zu Ende. Für einige Termine sind Tickets inzwischen schwer zu bekommen, daher lohnt ein Blick auf die Angebote der jeweiligen Veranstalter.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

 

© 2023-26 Xenopolias.de – Unabhängiger Musik‑ und Kulturjournalismus - Impressum - Datenschutzerklärung - Cookie-Richtlinie (UK)