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Venom at Party.San Metal Open Air 2013
Jonas Rogowski, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Nachricht, die die Metal-Welt erschüttert

Die Heavy-Metal-Szene trauert um einen ihrer prägendsten Köpfe: Conrad Thomas Lant, weltweit bekannt unter dem Namen Cronos, ist tot. Der Sänger und Bassist der britischen Band Venom wurde 63 Jahre alt. Die Band machte den Todesfall am 1. Oktober 2026 über ihre Social-Media-Kanäle öffentlich. Zur Todesursache gibt es bislang keine Angaben. Ob Venom ohne ihren Gründer weitermachen wird, ließ die Gruppe zunächst offen.

Ein Abschied in bewegenden Worten

In ihrer Mitteilung sprach die Band von tiefer Trauer und beschrieb Cronos als Stimme, Bassisten und Visionär, der Venom über mehr als vierzig Jahre hinweg getragen habe. Sie würdigte die Frühwerke von „Welcome to Hell“ über „Black Metal“ und „At War with Satan“ bis „Possessed“ und weit darüber hinaus. Cronos habe mit kompromissloser Haltung etwas erschaffen, das die Schwermetall-Musik dauerhaft verändert habe. Zugleich dankte die Band den Fans, den sogenannten Legions, deren Treue Cronos stets viel bedeutet habe. Sein Sohn Nathan schloss sich an und bedankte sich bei der Anhängerschaft für die Unterstützung, die seinem Vater über die Jahre zuteilwurde.

Vom Newcastle-Underground zur Genre-Legende

Geboren wurde Conrad Lant am 15. Januar 1963 in London, aufgewachsen ist er jedoch in Newcastle upon Tyne. Dort begeisterte er sich früh für Hardrock- und Heavy-Bands wie Black Sabbath, Led Zeppelin, Deep Purple und später Motörhead. Ende der 1970er-Jahre stieß er als Gitarrist zu einer lokalen Formation. Als bei einem Auftritt Not am Mann war, griff er kurzerhand zum Bass und übernahm bald auch den Gesang. Aus dieser Konstellation entstand Venom, zunächst als Trio mit Gitarrist Jeff „Mantas“ Dunn und Schlagzeuger Tony „Abaddon“ Bray.

Cronos arbeitete nach der Schule in einem Tonstudio und lernte dort das Handwerk der Musikproduktion. Er entwarf außerdem das berühmte Bandlogo und gestaltete zahlreiche Plattencover der Gruppe selbst. Die rohe, ungeschliffene Energie der frühen Venom-Veröffentlichungen, die eher auf Attitüde als auf technische Perfektion setzte, wurde zum Vorbild unzähliger Underground-Bands. Das zweite Album von 1982 gab einer ganzen Stilrichtung ihren Namen: dem Black Metal.

Trennung, Solokarriere und Rückkehr

Mit „At War with Satan“ im Jahr 1984 und „Possessed“ im Jahr 1985 festigte die Band ihren Ruf. Danach zerfiel die Originalbesetzung. Nach dem Weggang von Mantas verließ 1987 auch Cronos die Gruppe und gründete unter seinem Künstlernamen eine eigene Band, mit der er mehrere Alben aufnahm. Mitte der 1990er-Jahre holte er den ursprünglichen Gitarristen und den Schlagzeuger zurück, und die klassische Besetzung stand 1996 wieder beim Dynamo Festival auf der Bühne. Später ging die Band erneut getrennte Wege. Während Cronos unter dem Namen Venom weitermachte, formierten sich seine früheren Weggefährten Mantas und Abaddon als Venom Inc. Cronos spielte zeitweise auch an der Seite seines Bruders Antton, der am Schlagzeug saß.

Bis zuletzt aktiv

Dass Cronos bis zuletzt voller Schaffensdrang war, zeigt das Jahr 2026. Im Mai erschien mit „Into Oblivion“ das sechzehnte Studioalbum der Band. Im Sommer stand er noch bei Festivals auf der Bühne, unter anderem beim Sweden Rock Festival im Juni. Der letzte bekannte Auftritt fand im Juli im italienischen Cremona statt. Sein plötzlicher Tod kommt für viele deshalb völlig unerwartet.

Stimmen aus der Szene

Aus der Metal-Welt kamen schnell Reaktionen. Kreator-Sänger Mille Petrozza erinnerte auf Facebook daran, wie er als Jugendlicher das Debütalbum „Welcome to Hell“ geschenkt bekam und die Platte unzählige Male auflegte. Doro Pesch verabschiedete sich mit einem schlichten Abschiedsgruß an den Musiker. Musikmagazine betonen, dass Venom Wegbereiter für Thrash-Größen wie Metallica, Slayer und Megadeth ebenso waren wie für Black-Metal-Bands wie Mayhem und Bathory.

Ein Vermächtnis, das bleibt

Cronos hinterlässt ein Werk, das die Entwicklung des extremen Metal maßgeblich beeinflusst hat. Mit Mut, Eigenständigkeit und einer gehörigen Portion Provokation schuf er einen Sound, der bis heute nachhallt. Für Generationen von Musikern war er der Beweis, dass Leidenschaft und Wille wichtiger sein können als technische Brillanz. Sein Einfluss wird in der Szene weiterleben.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

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