Lesedauer 2 Minuten
Savatage bei einer Pressekonferenz während des Wacken Open Air 2015
Frank Schwichtenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Konzertabend, der auch ohne den Gründer funktionierte

Rund zwei Monate nach dem Festival gibt es für alle, die nicht vor Ort waren, nun hochwertiges Bildmaterial. Wacken TV, der hauseigene Videokanal des Wacken Open Air, hat professionell produzierte Aufnahmen vom Auftritt der US-Band Savatage ins Netz gestellt. Der Gig fand am 30. Juli 2026 statt und gilt bei vielen Besuchern als einer der stärksten Momente des diesjährigen Festivals. Dabei fehlte mit Jon Oliva ausgerechnet der Mann, der die Band einst mitgegründet und über Jahrzehnte geprägt hat. Er musste aus Gesundheitsgründen zu Hause bleiben.

Drei Klassiker als Visitenkarte

Aus dem Konzert hat Wacken TV drei Stücke herausgegriffen, die zusammen ein ziemlich gutes Bild der Bandgeschichte zeichnen. Den Anfang macht „Gutter Ballet“, der Titelsong des gleichnamigen Albums von 1989, mit dem Savatage ihren Weg zur Rock-Oper-Dramaturgie einschlugen. Es folgt „Edge Of Thorns“, benannt nach dem 1993 veröffentlichten Album, das mit Sänger Zak Stevens ein neues Kapitel aufschlug. Den Schlusspunkt setzt „Hall Of The Mountain King“, der Titelsong des 1987er-Albums und bis heute einer der meistgespielten Songs im Repertoire der Band. Der gesamte Clip dauert gut zwanzig Minuten.

Die Besetzung auf der Bühne

Am Mikrofon stand Zak Stevens, der Oliva seit den frühen Neunzigern am Gesang abgelöst hat und mittlerweile seit Jahrzehnten die Stimme der Band ist. An den Gitarren agierten Al Pitrelli und Chris Caffery, den Bass bediente Johnny Lee Middleton, hinter dem Schlagzeug saß Jeff Plate. Weil die Tasteninstrumente seit jeher ein zentraler Bestandteil des Savatage-Sounds sind, hatte die Band für die Sommertour zwei zusätzliche Keyboarder verpflichtet: Paulo Cuevas und Shawn McNair sorgten dafür, dass die orchestralen Passagen nicht zu kurz kamen.

Rückkehr an einen vertrauten Ort

Für Savatage war Wacken kein unbekanntes Terrain. Bereits 2015 hatte die Band dort ein vielbeachtetes Reunion-Konzert vor einem riesigen Publikum gespielt, das Berichten zufolge bei etwa 80.000 Menschen lag. Dass sie nun elf Jahre später erneut auf der Holy Ground auftraten, passte zu einem Jahr, in dem die Gruppe nach langer Pause wieder verstärkt live in Europa präsent war. Der Wacken-Auftritt war Teil der Sommertour mit dem Titel „Prelude To Madness“. Zu den Highlights dieser Reise zählte außerdem eine Show im antiken Amphitheater von Pompeji, bei der die Band von einem Orchester begleitet wurde.

Neues Material aus dem Archiv

Auch auf Tonträger war Savatage in diesem Jahr präsent. Das Label earMUSIC brachte im Sommer ein bislang unveröffentlichtes Livedokument unter dem Namen „Madness Reigns From The Gutter“ heraus. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1990 und fängt die Band auf der Höhe ihrer damaligen Tournee ein. Zusammen mit den frischen Wacken-Bildern ergibt sich so ein Spannungsbogen, der die Anfänge der Gruppe mit ihrer aktuellen Live-Stärke verbindet.

Warum sich das Anschauen lohnt

Die Videos zeigen, dass Savatage auch in der aktuellen Konstellation ihre Songs mit Wucht und Dramatik auf die Bühne bringen. Wer 2026 in Wacken dabei war, kann den Abend noch einmal erleben, und alle anderen bekommen einen guten Eindruck davon, was dort geboten wurde. Die Clips sind über Wacken TV abrufbar.

Author: Franz Lemmler
© 2026 Xenopolias.de

© 2023-26 Xenopolias.de – Unabhängiger Musik‑ und Kulturjournalismus - Impressum - Datenschutzerklärung - Cookie-Richtlinie (UK)