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Yngwie Malmsteen, Houston, TX, July 31, 2021
AOZX, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Video als Reise ins All

Der aus Schweden stammende Gitarrist Yngwie Malmsteen hat zum Start der Oktoberwochen ein neues Stück samt offiziellem Videoclip ins Netz gestellt. „Beyond Zeta Reticuli“ ist rein instrumental und die zweite Vorabveröffentlichung seines kommenden Studioalbums „Hell Or High Water“. Zuvor hatte er mit „Now Or Never“ bereits die gesangliche Seite des Albums vorgestellt. Der neue Titel rückt dagegen allein das Gitarrenspiel in den Mittelpunkt.

Außerirdisches Leben als Inspirationsquelle

Malmsteen verrät, dass ihn seine langjährige Faszination für außerirdisches Leben zu dem Stück getragen hat. Er beschreibt die Komposition als Mischung aus wuchtigen Themen, eingängigen Melodien und kunstvoll verwobenen Gegenstimmen, also als neoklassisches Feuerwerk, wie man es von ihm kennt. Der Titel greift auf Zeta Reticuli zurück, ein Doppelsternsystem im südlichen Sternbild Netz, das in der Popkultur seit Jahrzehnten mit Ufo-Erzählungen verbunden wird.

Wissenschaft als roter Faden

Das Stück ist nicht das einzige mit wissenschaftlichem Bezug. Auch das Instrumental „Antikythera“ verdankt seinen Namen einer Entdeckung: dem antiken griechischen Mechanismus, der häufig als früheste Rechenmaschine der Geschichte gilt. Zusammen mit „Am Caprice/Hell Or High Water“ stehen damit mehrere rein instrumentale Kompositionen auf der Platte, die insgesamt neun Titel umfasst.

Ein Album, das am Stück gehört werden will

„Hell Or High Water“ erscheint am 13. November über Music Theories Recordings und die Artone Label Group. Neben den bereits genannten Stücken stehen „(He Is) Living A Lie“, „(On The) Battlefield“, „Prestissimo In Bm/Adagio“ und „Eye For An Eye“ auf der Liste. Malmsteen betont, dass er das Werk als geschlossenes Hörerlebnis angelegt hat und weniger als Sammlung einzelner Songs. Ein Konzeptalbum im klassischen Sinn möchte er es dennoch nicht nennen. Über das Projekt sprach er bereits im April beim Monsters-Of-Rock-Festival in São Paulo im Gespräch mit dem Radiomoderator Eddie Trunk.

Entstanden in Ruhe und Abgeschiedenheit

Wie schon bei „Parabellum“ aus dem Jahr 2021 schrieb Malmsteen die Stücke zu Hause, ohne dass Konzertreisen den Arbeitsfluss unterbrachen. Während er über Jahre hinweg mit namhaften Hardrock-Sängern zusammenarbeitete, übernimmt er heute den Großteil des Leadgesangs selbst. Dass er sich von äußeren Erwartungen löst, zeigt sich auch in seiner Haltung: Entscheidend ist für ihn, dass die Musik sich für ihn selbst richtig anfühlt, Zuspruch der Hörer ist ein willkommener Bonus.

Ein persönlicher Schlusspunkt

Emotionaler Höhepunkt der Platte ist der Abschlusstitel „Father“. Malmsteen widmet ihn seinem Vater, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Nach dem technischen Aufgebot der vorangegangenen Stücke setzt das Album damit bewusst einen persönlichen Akzent.

Einordnung für Fans des neoklassischen Metal

Seit seinem Debüt mit Rising Force Mitte der Achtzigerjahre gilt Malmsteen als prägende Figur des Genres, das klassische Kompositionsprinzipien mit harter Gitarrenmusik verschmilzt. „Beyond Zeta Reticuli“ zeigt, dass er an diesem Konzept unverändert festhält und es konsequent weiterführt. Wer sein ausladendes, maximalistisches Spiel schätzt, bekommt mit dem Stück einen ersten Vorgeschmack auf das, was ab dem 13. November als komplettes Album zu hören sein wird.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

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Von Franz Lemmler

Franz Lemmler agiert als Autor, Redakteur und Webmaster dieser Website. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er Gründer und CEO von Xenopolias, dem Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex.

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